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1975 – 2015 40. Internationaler Hurentag // Gottesdienst Bochum

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Internationaler Hurentag – Hurenstreik

SW mobilisation Lyon 1975

Der Aufstand der Prostituierten am 2. Juni 1975 gilt als Geburtsstunde der europäischen Hurenbewegung. Durch diesen Protest erfuhr die Öffentlichkeit erstmals von Diskriminierung, Ausbeutung, Gewalt und polizeilichen Schikanen, die den kriminalisierten Alltag von Huren prägten (und vielerorts immer noch prägen). Zum ersten Mal wurden Prostituierte – ohne die herkömmlichen Klischees – als berufstätige Frauen*, die um ihre Menschenrechte kämpfen, sichtbar.

SW mobilisation Lyon 1975 3

Seit 1972 waren Kontrollen und Strafmaßnahmen des Staates gegen Huren immer schärfer geworden. Jede Frau*, die auf der Straße anschaffte, konnte verhaftet werden. Wenn Frauen* zusammen Wohnungen mieteten, wurden sie wegen Zuhälterei oder Kuppelei verdächtigt und verurteilt. Prostituierte mussten ihre Arbeit versteckt ausüben und waren so Gewalttätern schutzlos ausgeliefert. Im Jahr 1974 wurden zwei Prostituierte ermordet; die Frauen* fürchteten um ihr Leben. Als offene Briefe an die Regierenden nicht halfen, besetzten sie die Kirche Saint-Nizier in Lyon (Frankreich). Rund 100 Prostituierte traten in Lyon (Frankreich) in den Streik und besetzten über acht Tage die Kirche Saint Nizier der Stadt, um die Bevölkerung und hohe staatliche Stellen auf ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen. Forderungen gingen bis an die höchsten staatlichen Stellen, die jedoch nicht bereit waren, für menschenwürdige Lebens- und Arbeitsbedingungen zu sorgen. Bald schon weitete sich der Streik auf Städte wie Marseille, Grenoble und Paris aus und zog Unruhen im ganzen Land und polizeiliche Repressalien mit sich; der Hurenstreik setzte international Signale.

Am 10. Juni ’75 wurde die Kirche um 05.00 Uhr morgens brutal durch die Polizei geräumt.

(c) AFP
(c) AFP

Seit 1989 feiern Sexarbeiter*innen und Unterstütz*erinnen in Erinnerung an diese Ereignisse den „Internationalen Hurentag“ und machen darauf aufmerksam, dass die Situation von Sexarbeiter*innen vor Ort und weltweit auch heute noch von Repression und Gewalt geprägt ist.

 

 

Pauluskirche Bochum – Madonna e.V.

Mit einem Gottesdienst am 7. Juni 2015 in der Pauluskirche in der Bochumer Innenstadt, möchte Madonna e.V. den 40. Internationalen Hurentag begehen und damit an die Anfänge der Hurenrechtsbewegung erinnern und die Aufmerksamkeit auf die aktuelle Situation der Prostitution lenken. In Kooperation  mit dem Frauenreferat im Evangelischen Kirchenkreis Bochum und dem Berufsverband für erotische und sexuelle Dienstleistungen e.V. (BesD e.V.) 

 

Die Sexarbeit ist ein internationales Großgewerbe, die Arbeitswege und Lebenswege der Akteur*innen ziehen ihre Linien und Spuren, sowohl ökonomisch als auch biographisch.  Der Kampf um Aufenthalt, Bleiberecht, Arbeitsgenehmigung sind nur eine Ebene, auf der migrantische Sexarbeiter*innen Vorurteile und Respektlosigkeit erfahren müssen. Migrantischen Sexarbeiter*innen wird zu oft lediglich die heimatlose und bedürftige Opferrolle zugestanden, oder aber sie sind Arbeitstouristen aus herzuntergekommenen Wirtschaftsstaaten, die dem unseren in Kultur und Infrastruktur nachstehen.

In diesem Jahr möchte Madonna e.V. die Herkunft und Heimat der Sexarbeiterinnen* sichtbar machen, aus denen die Frauen* nach Deutschland kamen. Das gemeinsame Augenmerk will auf die verborgenen Schönheiten, Besonderheiten und Banalitäten, wie sie jede Heimat besitzt und ausmacht, gerichtet sein. Jene, die den Medien und dem Klischeedenken allzu sehr außer Sichtweite liegen.

madonna flyer geschnitten
am Sonntag, dem 07. Juni 2015, um 10.00 Uhr in der Pauluskirche Pariser Straße 6, Bochum-City

BesD e.V. (Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen e.V) ist eine Interessenvertretung  von aktiven und ehemals aktiven Sexdienstleister*innen. Sie setzen sich aktiv ein für Entkriminalisierung und Entstigmatisierung sowie verbesserte Arbeitsbedingungen von Menschen, die in der Sexarbeit tätig sind.

Madonna e.V. ist ein Verein zur Förderung der kulturellen und beruflichen Bildung von Sexarbeiterinnen* in Bochum und betreibt seit über 20 Jahren eine Beratungsstelle und einen Treffpunkt für Prostituierte direkt am Bochumer Bordell.

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