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#konsenskarneval – ein kurzes Gespräch mit der Initiatorin Melanie Trommer

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von Feminismus im Pott

Bild: Melanie Trommer

Melanie Trommer ist Feministin, Mutter, Aktivistin, Genderreferentin und Bloggerin. Sie wohnt in Köln und im Internet, dort findet man sie unter dem Namen glücklich scheitern.

Wie kam es zum Projekt #konsenskarneval und welche Grundgedanken stecken dahinter?

Die Idee kam zuerst, als ich bei einem Stammtisch mit anderen Feministinnen zusammen saß. Ja, viele dieser Feministinnen waren und sind leidenschaftliche Karnevalsfans. So ist das hier in Köln. Karneval ist einfach toll! Aber ja, Sexismus und sexualisierte Gewalt ist auch an Karneval nichts Neues. Präventionskampagnen setzen – wie so oft bei dem Thema – bei den Betroffenen an: Mädchen und Frauen wird geraten nicht alleine auszugehen, keine Getränke von Fremden anzunehmen, keinen Alkohol zu trinken, keine allzu sexy Kostüme anzuziehen und so weiter. Wir fanden, dass das nur gut gemeintes Victim Blaming ist. Denn der Umkehrschluss wäre ja: Wirst Du tatsächlich begrapscht oder vergewaltigt lag es an Dir – das Dekolletee zu freizügig, der Alkoholpegel zu hoch – und drängt damit Betroffene in eine unschöne Situation – ihnen wird ein aktiver Anteil am Geschehen unterstellt. Die Scham ist grade dann groß, sich Hilfe und Unterstützung zu suchen.

Wir wollten, dass der Fokus endlich auf die Typen gelegt wird: Sie sind es, die mit dem Alkohol vorsichtiger sein sollten und an deren Anstand appelliert werden sollte.
Das war der Gedanke unserer Aktion: Frauen sollten unbeschwert Karneval feiern können, in dem Wissen, dass sich alle gut benehmen würden

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Feminismus im Pott zu Gast bei der Dortmunder Illustratorin Patricia Tarczynski

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Katzen, Feminismus und Vulven – besonders in Amerika ploppen derzeit viele Onlineshops auf, die das Ziel haben, mit Ketten, Patches und Shirts feministische Messages zu verbreiten. Als leidenschaftliche*r Instagramnutzer*in wurde euch der ein oder andere Shop sicherlich schon in die Wall gespült. In Deutschland gibt es bereits einige Künstler*innen, die sich mit ihrer Arbeit feministischen Motiven und Sprüchen gewidmet haben. Aber einen eigenen Shop? Den gibt es bislang nicht und das wollen Pati, Sabrina und Eva nun ändern.

Wir haben mal ein bisschen mit dem Format rumexperimentiert und sind gespannt, ob es euch gefällt! Eure Meinung ist uns wichtig, also schreibt uns gerne einen Kommentar ♥

Hier geht’s zum Interview:

women’s march 2017 – Detroit

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von ab

 

 

 

Der 20. und 21. Januar waren zwei Tage, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Am 20. hingen düstere Wolken über den USA. Bei Regen wurde der 45. Präsident vereidigt: Trump; mittlerweile wohl mehr Metapher als Name. Am Tag darauf kehrte schon ein Lichtstrahl zurück ins Land, als bei frühlingshaften Temperaturen im ganzen Land Menschen auf die Straße gingen, um zu sagen „So nicht!“.

women’s march 2017 – Detroit, MI
women’s march 2017 – Detroit, MI

Der women’s march 2017 – ein Protestmarsch mit parallelen Veranstaltungen in der ganzen Welt – war der größte auf Washington D.C. seit Ende des Vietnamkriegs. Hinzu kamen über 200 weitere Städte in den USA und 600 weltweit. Zahlen sind dieser Tage so eine Sache. Die Teilnehmer wurden auf irgendetwas zwischen 2 und 5 Millionen beziffert. Das ist aber immer noch wesentlich präziser als die Angaben über die jubelnden Mengen zur Amtseinführung Trumps. Da gibt es nämlich keine Zahlen. Nur Schätzwerte zwischen „Es sah aus wie 1,5 Millionen“ (DJ Trump) und „biggest crowd ever“ (Sean Spicer). Am Ende sind aber all diese Zahlen egal, denn es sind Menschen auf die Straße gegangen an diesem 21. Januar. In fast jeder größeren Stadt, auf der gesamten Welt. Um gegen ein drohendes Übel zu protestieren, das bereits begonnen hat. So wurden kurz nach der Amtseinführung auf der Website des Weißen Hauses die Themen-/Informationsseiten für LGBT-Gleichberechtigung und civilrights kommentarlos gelöscht (ebenso die Seite über den Klimawandel). Zuvor, an den Tagen nach der Wahl, kam es zu Übergriffen gegen Minderheiten. Ausgeführt von Menschen, die sich nun berechtigt fühlen, Ausgrenzung und soziale Demütigung anderer öffentlich zu praktizieren, ohne Konsequenzen zu fürchten.

Das friedliche aber firme „Nein“, des women’s march am 21. Januar richtete sich exakt dagegen. Auch in Detroit. Einer Stadt die Ausgrenzung, Segregation und den Widerstand nur allzu gut kennt. Seit den späten 60er Jahren haben stetiger wirtschaftlicher Niedergang, eine verheerende Stadtpolitik und kalter Rassismus dazu geführt, dass die Stadt verarmte und als unsicher deklassiert wurde. „Detroit vs. everybody“ kommt nicht von ungefähr. Aber es wurde nie aufgegeben. „Detroit hustles harder“. Und mittlerweilegeht es bergauf. Langsam, stetig und mit Ambition. Ein ähnliches Gefühl macht sich auf dem women’smarch in Detroit breit.

women’s march 2017 – Detroit, MI

4000 Frauen* und Männer* über alle Schichten und Ethnien hinweg protestieren auf einem Marsch um den Campus der Wayne State University. Die Sonne scheint, die Polizei beobachtet das geschehen entspannt und leitet ab und an den Verkehr um und Autofahrer_innen lassen die Fenster runter, strecken die Faust zum Himmel und grüßen mit einem Hupen. Die Menge antwortet mit Applaus. Neben den bekannten Rufen „Love Trumps Hate“ und „Not myPresident“ steht auch eine Frau* am Straßenrand und ruft „Mybody, mychoice“ neben ihr ein Mann, er ruft „Her body, her choice“. Eine Person trägt ein Plakat mit einem Bild von Frida Kahlo mit der Unterschrift „Fearless“ an dem Gebäude vorbei, in welchem Frida Kahlo wohnte, als sie 1932 Diego Rivera nach Detroit begleitete. Es ist ein gemütlicher Spaziergang und nahezu jede*r lächelt sich zu, wenn sich die Blicke treffen. Man spürt wie die Leute es genießen nicht in Angst vor den dunklen Wolken zu

verharren, sondern ihre Geschicke selbst in die Hand zu nehmen. Wir sprechen kurz mit einer Dame* die schon 1987 auf Washington marschierte, damals für gay rights, das Gespräch ist gelöst trotz der Möglichkeit Jahrzehnte sozialen Fortschritt zu verlieren. Auf die Frage, ob sie hier demonstriert um Errungenes zu erhalten oder die Bewegung voranzutreiben antwortet sie im Sekundenbruchteil. „Erhalten.“ Zum Abschied umarmt sie uns herzlich.

Nach zwei Stunden ist das friedliche und, ja, fröhliche Geschehen vorbei. Die Menge verliert sich. Aber sie waren da, sie wurden gesehen und sie wurden gehört. In Detroit, in Washington D.C. in Berlin und Sydney. Und das macht Hoffnung.

 

 

********* Women’s March on DC in DTW, 21.01.2017 by Anne von Petersdorff *********

 

#3 Feminismus auf YouTube

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Vor ein paar Tagen wurden wir von einem Dortmunder YouTuber, dertomekkk, angeschrieben und gefragt, ob wir nicht Lust zu einem Interview über die feministische Vloggerin Suzie Grime haben. Suzie wer? Niemand von uns kannte sie, was aber nicht an ihr, sondern eher daran liegt, dass wir alle gar nicht so auf YouTube unterwegs sind.

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„Der rote Raum“ – Ein Erfahrungsbericht zum Stück in der Studiobühne Köln

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von Silvana Schmidt

Ein Mann sitzt vor einem dunklen Hintergrund. Er trägt ein T-Shirt auf dem Juliet fucked Romeo steht. Eine Frau umarmt ihn von hinten. Beide gucken erwartungsvoll nach oben.
© Ingo Solms

Mit dem Betreten des Theatersaales der Studiobühne Köln finde ich mich bereits mitten im Geschehen wieder; ohne jede Vorbereitung und von Beginn an konfrontiert die Regisseurin Silvia Werner die Zuschauer*innen mit einer lauten, bedrohlichen und donnerähnlichen Geräuschkulisse, die direkt eine Gänsehaut bei mir hervorruft. Dem Blick der Zuschauenden wird nichts vorenthalten; kein Vorhang verhindert die Sicht auf die minimalistisch gestaltete Kulisse, die in den Farben Rot, Schwarz und Weiß gehalten und von dunklen Kleidungsstücken übersät ist. Im Hintergrund wird eine rötliche Filmszene eines stillen Waldes an die Wand projiziert. Und auch die Schauspieler*innen des Kammerspiels sind bereits auf der Bühne: Während Jan-Martin Müller mit leerem Blick auf dem einzigen Möbelstück auf der Bühne – einem Stuhl – herumlungert, dreht Jana Jungbluth resigniert Runden um ihn herum. Ihre ziellosen Schritte und die Monotonie, in der sie immer wieder beliebige Kleidungsstücke aufhebt und wieder fallenlässt lösen bei mir sofort eine Assoziation mit Rainer Maria Rilkes „Der Panther“ aus – wie auch immer, das vermittelte Gefühl der Bedrückung und Hoffnungslosigkeit stellt sich augenblicklich ein.

Und dieses Gefühl hält die nächsten anderthalb Stunden an – genau wie die Gänsehaut.
Wenn ich sagen sollte, was das Theaterprojekt „Der rote Raum“, eine Zusammenarbeit von 16/9 PRODUCTIONS und der Studiobühne Köln, so außergewöhnlich macht, dann würden mir viele Dinge einfallen: Die fantastischen Darsteller*innen, die ein ums andere Mal ihre Professionalität, Vielfältigkeit und Wandelbarkeit unter Beweis stellen, die gelungene Kombination verschiedener Erzählelemente (Schauspiel, Filmsequenzen, Gesangselemente etc.) oder die Vielzahl der aufgegriffenen Themen. Doch es ist besonders die außergewöhnlich gute Gestaltung des Spannungsbogens, die mich beeindruckt und bewegt hat und das Theatererlebnis zu einem besonders ergreifendem gemacht hat, dem sich zu entziehen kaum denkbar war.
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