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Buchrezension: Boys don’t cry (Jack Urwin)

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Von Silvana Schmidt

Es sind vor allem drei Dinge, die mir nach der Lektüre des im März 2017 in deutscher Sprache erschienenen Buches „Boys don’t cry“ von Jack Urwin nicht mehr aus dem Kopf gehen:

  1. Die Melodie des gleichnamigen The Cure-Songs
  2. Die Erkenntnis darüber, wie wörtlich das „toxic“ in „toxic masculinity“ tatsächlich genommen werden kann
  3. Der (nun erneut bestätigte) Gedanke, dass das Patriarchat uns allen (auch Männern) schadet und wir alle damit beginnen sollten, über unsere Gefühle und Sorgen zu sprechen!

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Buchrezension: Support your sisters not your cisters (FaulenzA)

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Von Silvana Schmidt

[In der Rezension werde ich mich bezüglich der Schreibweise rund um trans* und cis an jener der Autorin orientieren]


Wieder mal ein Buch der Kategorie „Richtig was dazugelernt“ – nur wenige Stunden brauchte ich, um die Gedanken und Ausführungen von FaulenzA zu lesen, nachdenken werde ich darüber sicher noch sehr viel länger. In dem schmalen Büchlein (knapp 130 Seiten einschließlich Abbildungen von Yori Gagarim und mehreren Songtexten) widmet sich die Musikerin den Diskriminierungsstrukturen, die das Leben von trans*Weiblichkeiten prägen. Continue reading Buchrezension: Support your sisters not your cisters (FaulenzA)

Buchrezension: Vergewaltigung (Mithu M. Sanyal)

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von Silvana Schmidt

Ein Buch namens „Vergewaltigung“ – das ist schon eine Ansage, oder? Auch bei der Suche nach einem Verlag zur Veröffentlichung stieß Mithu M. Sanyal auf dieses Problem, wie sie bei einer Buchvorstellung im Oktober auf der Frankfurter Buchmesse erzählte: Als die Verlage vom Thema ihres Projektes erfuhren sagten sie reihenweise ab – nur Nautilus erklärte sich bereit für die Veröffentlichung eines Buches mit einem so „reißerischen“ Titel. Zum Glück hat es geklappt! Lange hatte ich nach der Beendigung eines Buches nicht mehr ein so drängendes Verlangen danach, die Wichtigkeit und Notwendigkeit seiner Existenz und seiner Verbreitung in die Welt hinauszuschreien!

Wie im Vorwort bereits erwähnt wird, überschlugen sich die Ereignisse die mit Vergewaltigungsdiskursen zu tun haben in den letzten Monaten leider geradezu, sodass Sanyal auf viele aktuelle Themen eingehen konnte und dies auch tat: Silvester 2015/16 in Köln, der Kachelmann-Prozess, der Prozess um Gina-Lisa Lohfink, #ausnahmslos und #aufschrei – auf all diese Aspekte bezieht sich die Autorin an der ein oder anderen Stelle.
Es ist ein unbequemes Buch, das viele Positionen hinterfragt – ganz gleich, ob sie eher linkspolitischen oder rechtspopulären, gewissen feministischen oder antifeministischen Lagern zuzuordnen sind. Dabei begibt sich Sanyal auf eine immer wieder nachfragende und entlarvende Suche danach, wie in unserer Gesellschaft eigentlich über Vergewaltigung gesprochen wird. Was verstehen wir darunter? Was sagen gesellschaftliche Debatten zu Vergewaltigung eigentlich über unser Geschlechterverständnis aus? Was über unser Opfer- und unser Täterbild (Und warum gendern* wir ausgerechnet hier so selten)?

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„Der rote Raum“ – Ein Erfahrungsbericht zum Stück in der Studiobühne Köln

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von Silvana Schmidt

Ein Mann sitzt vor einem dunklen Hintergrund. Er trägt ein T-Shirt auf dem Juliet fucked Romeo steht. Eine Frau umarmt ihn von hinten. Beide gucken erwartungsvoll nach oben.
© Ingo Solms

Mit dem Betreten des Theatersaales der Studiobühne Köln finde ich mich bereits mitten im Geschehen wieder; ohne jede Vorbereitung und von Beginn an konfrontiert die Regisseurin Silvia Werner die Zuschauer*innen mit einer lauten, bedrohlichen und donnerähnlichen Geräuschkulisse, die direkt eine Gänsehaut bei mir hervorruft. Dem Blick der Zuschauenden wird nichts vorenthalten; kein Vorhang verhindert die Sicht auf die minimalistisch gestaltete Kulisse, die in den Farben Rot, Schwarz und Weiß gehalten und von dunklen Kleidungsstücken übersät ist. Im Hintergrund wird eine rötliche Filmszene eines stillen Waldes an die Wand projiziert. Und auch die Schauspieler*innen des Kammerspiels sind bereits auf der Bühne: Während Jan-Martin Müller mit leerem Blick auf dem einzigen Möbelstück auf der Bühne – einem Stuhl – herumlungert, dreht Jana Jungbluth resigniert Runden um ihn herum. Ihre ziellosen Schritte und die Monotonie, in der sie immer wieder beliebige Kleidungsstücke aufhebt und wieder fallenlässt lösen bei mir sofort eine Assoziation mit Rainer Maria Rilkes „Der Panther“ aus – wie auch immer, das vermittelte Gefühl der Bedrückung und Hoffnungslosigkeit stellt sich augenblicklich ein.

Und dieses Gefühl hält die nächsten anderthalb Stunden an – genau wie die Gänsehaut.
Wenn ich sagen sollte, was das Theaterprojekt „Der rote Raum“, eine Zusammenarbeit von 16/9 PRODUCTIONS und der Studiobühne Köln, so außergewöhnlich macht, dann würden mir viele Dinge einfallen: Die fantastischen Darsteller*innen, die ein ums andere Mal ihre Professionalität, Vielfältigkeit und Wandelbarkeit unter Beweis stellen, die gelungene Kombination verschiedener Erzählelemente (Schauspiel, Filmsequenzen, Gesangselemente etc.) oder die Vielzahl der aufgegriffenen Themen. Doch es ist besonders die außergewöhnlich gute Gestaltung des Spannungsbogens, die mich beeindruckt und bewegt hat und das Theatererlebnis zu einem besonders ergreifendem gemacht hat, dem sich zu entziehen kaum denkbar war.
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Wir wollen wissen, was Liebe ist – 50 Grades of Shame von She She Pop

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She She Pop beim Impulse Theater Festival 2016

  von Judith Ouwens

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(c) Judith Buss

Die erste Notiz in meinem Block für diesen Abend lautet „es ist übertrieben voll”. Menschen mit Jutebeutel und Hipster-Brille drängeln sich an der Seite der offiziellen Schlange Richtung Eingang und auch an diesem Abend beweisen She She Pop, dass sie zu Recht zu den Top of the Pops der freien Theaterszene gehören.

Drei Mitglieder der Kollektivs treten mit fünf Mitspielern auf, größtenteils aus dem Ensemble der Münchener Kammerspiele, wo die Produktion erarbeitet wurde. Sie treten uns als beispielhafter Lehrkörper gegenüber, denn wir wollen wissen, was Liebe ist und sie wollen es uns erklären und zeigen wollen sie es auch… Sie sehen seltsam verschroben aus, Kostüme, die mit Puffärmelchen an Wedekind angelehnt sind, ein flauschiger rosa 80er Jahre-Pulli und dünne Männerbeinchen in kurzen Hosen. Komische Typen. Die Mitspieler stehen für gesellschaftliche Gruppen, die innerhalb des Ensembles nicht vertreten sind: Der heterosexuelle Mann, ein älterer Mitspieler, eine echte Jugendliche. Eine ältere Frau, so um die 70, habe es auch bei den Münchener Kammerspielen nicht gegeben, denn Frauen verschwinden irgendwann von der Bildfläche, wird nebenbei bemerkt. Continue reading Wir wollen wissen, was Liebe ist – 50 Grades of Shame von She She Pop

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