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Menancholy – Morgan Nardi

Menancholy – Morgan Nardi published on Keine Kommentare zu Menancholy – Morgan Nardi

  von Chiara Fabri

Am Freitag, denn 22.04. kam ich erneut in den Genuss, eine weitere Produktion von Morgan Nardi im FFT Düsseldorf zu sehen: Menancholy. Der zweite Spielabend von derzeit insgesamt drei Terminen im FFT (nächster Termin am Sonntag, 24.04.; ausverkauft).
Menancholy stellt eine weitere betrachtende Auseinandersetzung von Geschlechterrollen in Körper und Performance dar, der sich Morgan Nardi durch seine künstlerische Arbeit immer wieder neu stellt und auf der Bühne diskutieren lässt.

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Da ist gar nichts. Oder?

Da ist gar nichts. Oder? published on Keine Kommentare zu Da ist gar nichts. Oder?

von tinka*bell

 

Ich habs nichtmal selbst gemerkt. Mein Freund und ich lagen am Samstagmorgen im Bett rum, ich hab ihm grad erzählt, wie die Party am Vorabend war. Er lag mit dem Kopf auf meiner linken Brust, die Hand auf der rechten liegend. „Fühl‘ mal, ist da was?“ fragt er.

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Von Mösen, Menschen und ganz viel Meinungsfreude – über das BarCamp Frauen 2016 in Berlin

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  von Susanne Klose

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Laura Mérit & Polly Fannlaf – sexpositives Körperbewusstsein (c) Anne Koch

„Wir klopfen uns jetzt erstmal ab“ – ein Satz, den man nicht unbedingt in einem feministischen Workshop erwartet, der aber im Nachhinein sehr viel Sinn macht. Also stehe ich auf, zusammen mit rund 50 weiteren Teilnehmer*innen. Und klopfe. Arme, Beine, Brüste, Hintern, einfach alles. Ich schaue mich um, überall sehe ich lachende, kichernde, aufgeschlossene Menschen. Und auch ich kichere ein bisschen. Nach etwa fünf Minuten ist jegliches Eis in mir und zwischen den anderen weggeklopft – hello, safe space! Genau das wollten Laura Méritt und Polly Fannlaf vom Freudenfluss-Netzwerk mit ihrer Session zu „Sex-positiver Feminismus heute“ auf dem diesjährigen Barcamp Frauen in Berlin erreichen: Die positive Annäherung an den eigenen Körper – ein essentielles Anliegen der Freund*innen des freudigen Flusses, die auch dieses Jahr wieder zum Mösenmonat März aufrufen.

 

Der einstündige Austausch über body-positive Sprache ist nur einer von 21 einstündigen Miniworkshops, die das BarCamp Frauen unter dem Motto „Gemeinsam. Zusammen. Leben“ dieses Jahr in der Kalkscheune in Berlin zu bieten hatte. Zum ersten Mal fand das Camp 2010 statt, organisiert „von engagierten jungen Sozialdemokratinnen, die der Geschlechterpolitik ihrer Partei ein Update geben wollen“, heißt es auf der Website des Camps. Dank der Unterstützung der Friedrich-Ebert-Stiftung und Kooperationspartnern wie EDITION F und dem Missy Magazine ist die Veranstaltung komplett kostenfrei, inklusive Verpflegung (auch vegan!) und Kinderbetreuung. Hell, yeah. Man kann es nicht anders sagen.

VerenaPärchenlüge
Verena – Pärchenlüge (c) Anne Koch

            Wer jedoch ein starres Konzept mit Frontalunterricht erwartet, ist hier falsch. Völlig falsch. Ein Glück. Denn fest steht, dass nichts fest steht: Jede*r kann, darf, soll hier eine Session gestalten – wenn sich genug Interessent*innen finden. Das ist bei knapp 500 Teilnehmer*innen dieses Jahr kein Problem. Aufgeteilt in drei große Blöcke mit jeweils einer einstündigen Pause findet sich so ein buntes, wildes, wunderschönes Programm. Wer mag, kann mit Tarik von „Tariks Genderkrise“ diskutieren, kleine Roboter bauen oder einer Lesung aus „50 shades of Merkel“ von und mit Autorin Julia Schramm lauschen.

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Teresa – Online Offline Feminismus (c) Anne Koch

            Schweren Herzens – denn alle Sessions hören sich toll an – entscheide ich mich nach dem mösenfreundlichen Morgen für „Neue Strategien für Online- und Offline-Feminismus“ von Teresa Bücker. Die engagierte Journalistin hält eine kurze Einführung zum Thema. Mit Kind im Arm. Die ganze Session über. Chapeau. Die anschließende Diskussion ist vielfältig, streitbar, aber nie respektlos. Das macht Spaß, die Stunde fliegt förmlich dahin. In einem sind sich alle Teilnehmer*innen einig: Unterschiedliche Meinungen muss man aushalten können – zwischen Lobbyist*in und Aktivist*in, zwischen First Wave-Feminist*in und Online-Feminist*in. Ohne Konflikte kein fruchtbarer Diskurs.

            Es folgt: Törtchenpause. Speed-Socializing. Und dann die nächste Session. „Die Pärchenlüge“. Moderatorin Verena Reygers erklärt unter zu Einbezug von Autorinnen wie Laurie Penny wie schwer es ist, das Gleichgewicht zu finden – zwischen der Beziehung zu einer anderen Person, den Beziehungen zu Freunden, Familie und vor allem der Beziehung zu sich selbst. Die Session ist sehr persönlich, denn Verena erzählt viel aus ihrem eigenen Erfahrungsschatz. Das ist mutig. Und vor allem wunderbar. Die meisten Teilnehmer*innen erkennen sich selbst oder Freund*innen in Verenas Ausführungen wieder. Langsam kristallisiert sich heraus, dass viele Teilnehmer*innen den Kampf gegen traditionelle Rollenmuster kennen, die vor allem dann in der staubigen Ecke lauern, wenn sich das erste Kind ankündigt. Das Private ist immer noch politisch, muss immer wieder neu verhandelt werden. Und auch diesmal fliegt der Zeiger der Uhr förmlich.

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BarCamp Berlin 2016 (c) Anne Koch

            Es ist schwierig, ein einziges Fazit aus einer so heterogenen Veranstaltung zu ziehen. Mir hat besonders der lockere, nicht-statische Rahmen innerhalb der Sessions gefallen. Jeder darf sich beteiligen, niemand muss. Zu sehen, dass viele Teilnehmer*innen ähnliche Konflikte und Fragen wie mich bewegen, war besonders ermutigend: Wie kann ich body-positiv sein, in einer körperfeindlichen Gesellschaft, die alles abseits des westlichen Mainstreams stigmatisiert? Wie schaffe ich es, ein Gleichgewicht in meiner Beziehung zu schaffen, ohne die Zeit, die ich nur für mich selber brauche, zu opfern oder in traditionelle Geschlechterrollen zu fallen. Viele Fragen, keine Antwort. Aber eine sehr wichtige Erkenntnis: Wir sind nicht allein.

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Du warst auch beim BarCamp Berlin 2016 und magst davon berichten? Sehr gern. Schreibe uns einfach an. info@feminismus-im-pott.de

„Nach Köln“ – Bundesweite Demo für einen antirassistischen Feminismus – ein Kommentar

„Nach Köln“ – Bundesweite Demo für einen antirassistischen Feminismus – ein Kommentar published on Keine Kommentare zu „Nach Köln“ – Bundesweite Demo für einen antirassistischen Feminismus – ein Kommentar

von Eva Busch

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Seit den ersten Januartagen dieses Jahres hören wir es immer wieder: „nach Köln“ sei alles anders, der Beweis sei da, dass die Flüchtlingspolitik der Regierung und die „Willkommenskultur“ zu optimistisch waren. Die Grenzen müssten dicht gemacht und die „deutschen“ Frauen durch Abschiebungen geflüchteter Menschen und durch Patrouillen selbsternannter, halbstarker Bürgerwehren beschützt werden.

„Nach Köln“ bezeichnet von da an eine Entwicklung innerhalb öffentlicher Diskurse, in der rassistische Hetze nicht nur salonfähig geworden ist, sondern gezielt unter dem Vorwand des vermeintlichen Schutzes „deutscher“ Frauen verbreitet wird. Dass das so nicht sein darf, war in emanzipatorischen, feministischen Kreisen schnell klar. Die Verunsicherung im Januar war dennoch an vielen Stellen groß. Die Diskurse hatten sich so sehr überschlagen, dass vielen Feminist*innen die Worte fehlten, aus der Sorge, entweder die stattgefundenen sexualisierten Übergriffe nicht ausreichend anzuerkennen, oder selbst einer rassistische Argumentation zuzuspielen.

Die Wut, in den unsäglichen Debatten dermaßen instrumentalisiert zu werden war demnach Ausgangspunkt für ein großes, breit aufgestelltes Bündnis aus autonomen migrantischen und nicht-migrantischen Frauen*organisationen, feministischen Initiativen sowie antifaschistischen, antikapitalistischen und antirassistischen Gruppen aus Köln und NRW, anlässlich des Weltfrauen*tags 2016 für eine bundesweite Demonstration nach Köln einzuladen.

„I can`t imagine a feminism that is not anti-racist.“ Die Worte von Angela Davis waren auch am Tag der Demonstration auf zahlreichen Plakaten präsent. Eine emanzipatorische feministische Bewegung muss antirassistisch sein und hat mit ihrer Präsenz am Samstag bewiesen, mit welcher Kraft und Klarheit sie genau das vertritt. Es wurde eine Wiederaneignung des Feminismus und auch die Wiederaneignung eines städtischen Raumes. Ein lauter, gut vierstündiger Spaziergang durch die Straßen der Kölner Innenstadt, der mal mehr Tanz und Konfetti war, aber auch konzentrierte Kundgebung, mal rennend und dann wieder dicht an dicht stehend. Seit vorgestern heißt „nach Köln“ deshalb auch, nach dem 12.März 2016, nach einer Demonstration, die uns die Gewissheit einer starken, kämpferischen und bunten Solidarität unter Feminist*innen und Unterstützer*innen geschenkt hat. „Nach Köln“ bleibt der Eindruck von einem diversen Feminismus, der seine Stimme wiedergefunden hat und sie laut werden ließ, den Bahnhofsvorplatz samt Dom in eine lila Wolke hüllte und die klaren, unmissverständlichen Worte „Unser Feminismus ist antirassistisch – reclaim feminism!“, gemeinsam durch die Stadt trug – angeführt von einem beeindruckenden FLTI*-Block.

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Ist Ungleichheit überall gleich? – Ein Interview mit Anja und Rania von Equal for Equal

Ist Ungleichheit überall gleich? – Ein Interview mit Anja und Rania von Equal for Equal published on Keine Kommentare zu Ist Ungleichheit überall gleich? – Ein Interview mit Anja und Rania von Equal for Equal
Unbenannt
http://equalforequal.org/vision/

 

Lilli Boheme: Könnt ihr kurz nochmal eure Vision zu Equal for Equal zusammenfassen?
Anja: Mit “Equal for Equal” wollen wir Geschichten von Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen sichtbar machen und damit ein Bewusstsein für die unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten von Frauen* und die unterschiedlichen Ausprägungen von (alltäglich erlebtem) Sexismus schaffen.

Wie seid ihr zum Projekt gekommen?
Rania: “Equal for Equal” was initiated in December 2012 by various activists and organisations from different countries as part of the Cultural Innovators Network, which is a cross-sectoral network initiated by the Goethe Institut in reply to the societal and political upheaval in the Mediterranean region since 2011.
Anja: 2012 fand in Istanbul das erste große Treffen des Cultural Innovators Network statt. Über 100 junge Leute haben sich damals getroffen, ausgetauscht und gemeinsam Projekte entwickelt. Wir haben schnell festgestellt, dass es sehr unterschiedliche Vorstellungen und auch Vorurteile darüber gibt, wie Frauen* in den unterschiedlichen Ländern und Kulturen leben, mit welchen Formen der Diskriminierung sie konfrontiert sind und wie sie dagegen kämpfen. Wir wollten mehr darüber lernen und haben deshalb “Equal for Equal” gegründet.

In welchen Ländern ist Equal for Equal aktiv?
Anja: Unser Team besteht aus Rania aus Tunesien, Laia aus Spanien sowie Franziska und mir aus Deutschland. Wir sind aber auf keines dieser Länder beschränkt und greifen mit dem Cultural Innovators Network auf ein großes Netzwerk von über 100 Menschen aus etwa 30 Ländern zurück.

Wenden sich Menschen mit ihren Geschichten an euch oder sprecht ihr sie an?
Rania: That differs. Most of the stories we have published so far are told by people whom we have asked to share them. But there are also a few that people have offered to publish. We are constantly looking for new stories. If anyone wants to share one, please contact us!

Welche Veranstaltungen finden noch vom 19.-22. November statt?
Anja: Unsere Veranstaltung ist ein Satellit des Cultural Innovation Day, der vom 19. – 22. November zeitgleich in Alexandria, Amman, Athen, Berlin und Ljubljana zu den unterschiedlichsten Themen stattfindet.
Rania: To give you some examples: The Cultural Innovation Day in Berlin focusses on the grassroots participatory movement by and with refugees in Berlin. The event in Amman is concerned with international youth networks and the Cultural Innovation Day in Athens discusses the concept of innovation in cultural and social work.

We need to support each other and speak out for our rights!

 

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