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Aktivismus in Zeiten von Corona: Black Pigeon

Aktivismus in Zeiten von Corona: Black Pigeon published on Keine Kommentare zu Aktivismus in Zeiten von Corona: Black Pigeon

Solidarisches Handeln und das Achten und Sorgen für einander sind Dinge, die wir auch im kleinen praktizieren können.

Wer bist du und wofür engagierst du dich?

Wir organisieren uns als Kollektiv, was gemeinsam den Anarchistischen Buch- und Kulturladen „Black Pigeon“ betreibt. Zum einen werden Bücher und vegane Lebensmittel verkauft, es stehen Informationsmaterialien bereit, aber in erster Linie ist der Raum ein Treffpunkt und Veranstaltungsort, an dem sich Menschen ohne Konsumzwang aufhalten können.
Die Aktivitäten reichen von einfachen Ladenöffnungszeiten, in denen Menschen aus anderen Projekten, Nachbar_innen und an libertären Ideen interessierte Personen vorbei schauen.
Vorallem die Gruppen, die ihre Veranstaltungen im Laden machen, halten das ganze lebendig. Auch hier gibt es eine große Spanne – von der D.I.Y.-AG, bis hin zum Sprachkurs, dem Tag der anarchistischen Gruppe Dortmund, die jede Woche diverses Programm vorbereitet, Vorträgen, Lesungen, Filmabenden, Bildungskursen sowie Gruppen- und Vernetzungstreffen.
Lange Rede kurzer Sinn: Wir engagieren uns für die Infrastruktur anarchistischer, linker und nachbar_innenschaftlicher Art.

Inwiefern hatte Corona Einfluss auf deine aktivistische Tätigkeit?

Die Pandemie macht sich insofern bemerkbar, dass sich das momentane Angebot des Raumes nur auf den Verkauf von Büchern und veganen Lebensmitteln beschränkt. Das ist schade, da sehr viele soziale Aspekte wegfallen, die den Hauptbeweggrund für das Kollektiv ausmachen. Das Black Pigeon lebt von dort stattfinden Veranstaltungen oder Menschen, die sich dort aufhalten, vernetzen, stöbern, diskutieren und Kaffee trinken.
Im Sommer fand der Ladenbetrieb in sehr dezimierter Form statt, da es Beschränkungen der Personenanzahl im Laden gab. Das war ziemlich stressig, dauernd alle neuen Hygienekonzepte auf dem Schirm zu haben, sie anzupassen und darauf zu achten, dass nicht zu viele Personen im Laden sind, Abstand gehalten wird, etc.
Momentan ist ein Lieferservice aktiv, der innerhalb von Dortmund mit dem Fahrrad Literatur und Lebensmittel ausliefert. Auch in andere Städte können Päckchen per Post geschickt werden. Der Verkauf dient dazu, unsere Miete und Instandhaltungskosten zu finanzieren von denen wir leider nicht befreit sind und wir diese auch während Corona weiter tragen müssen. Unser Plenum findet auch seit längerem in virtueller Form statt, was auf Dauer ziemlich frustrierend ist.
Im März ist das Black Pigeon 5 Jahre in der Scharnhorststraße und wahrscheinlich hätten wird einen dicken Geburtstag gefeiert. Im Online-Format verliert dies sehr viel Reiz, sodass es außer ein paar Vorträgen und Lesungen nicht viel Programm geben wird. Aber: Wir holen das nach!


Was können wir als Aktivist*innen tun, damit die Bewegung nicht stillsteht? Was brauchen wir als aktivistische Community, um handlungsfähig zu bleiben?

Wir können dabei helfen lokale Kämpfe zu unterstützen. Es gibt gerade mehr als genug zu tun. Die Polizei ist zum Beispiel mit Tasern ausgestattet worden, die Münsterstraße soll Videoüberwacht werden und marginalisierte Personengruppen, die durch verschiedenste Raster fallen sind verletzlicher denn je und benötigen Unterstützung.
Aus dem Umfeld hatte sich auch eine Corona-Nachbar_innen-Hilfe gebildet. Solidarisches Handeln und das Achten und Sorgen für einander sind Dinge, die wir auch im kleinen praktizieren können.
Wir brauchen den Austausch und die Vernetzung, damit wir handlungsfähig sind und bleiben.

Welche Message möchtest du den Menschen noch mitgeben?

Passt auf euch und eure Mitmenschen auf, damit wir richtig durchstarten können, wenn die Pandemie vorbei ist. Bis dahin gilt es kreativ zu bleiben und neue Formen des Protests zu entwickeln.

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