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Fantifa – feministische Perspektiven auf Antifaschismus

Fantifa – feministische Perspektiven auf Antifaschismus published on 1 Kommentar zu Fantifa – feministische Perspektiven auf Antifaschismus

Ein Gastbeitrag von Thea Jacobs

Eine Veranstaltung im Rahmen der Konferenz „Wir müssen mal reden… Antifaschistische Jugendkonferenz“, organisiert von der SJD – Die Falken und der Grünen Jugend

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Sie lachen, als ich sie frage, wie sie zu dem Thema gekommen sind, ob sie selber schon Sexismus in der Antifa erlebt haben. Ja, na klar haben sie das. An einer bestimmten Situation könne sie es nicht festmachen, es gebe kein Erlebnis, das den Anstoß gegeben hat, aber Sexismus in antifaschistischen Kontexten ist Kathi immer wieder aufgefallen.
Vielleicht war die Situation mit der Polizistin, die auf einer Demo von einem Typen aufs übelste sexistisch beleidigt wurde und sich niemand außer Kathi daran störte, der Auslöser sich mit Alternativen zu beschäftigen.

Die Fantifa-Bewegung ist in den 1990er Jahren aufgekommen. Damals haben sich die ersten feministischen Gruppen in der Antifa gegründet, um einen Raum für antifaschistisches Engagement abseits der männlich dominierten und sexistischen Strukturen zu schaffen. Hier werden Feminismus und Antifaschismus zusammengedacht, um eine alternative antifaschistische Praxis zu entwickeln. Die Fantifa-Gruppen funktionieren dabei auch wie eine Art Schutzraum, in dem Menschen sich frei austauschen können, ohne Mackertum, dominantes Redeverhalten oder sexistische Kommentare.

Kathi kennt von Anifa-Demos im Ruhrgebiet „Macker, die auf Demos gehen und Nazis aufs Maul geben“. Deren antifaschistische Kritik beschränke sich auf „Nazis sind scheiße“. Auch dafür sei die Konferenz wichtig, die SJD – Die Falken und die Grüne Jugend gemeinsam organisieren. Unter dem Titel „Wir müssen mal reden… Antifaschistische Jugendkonferenz“ soll eine inhaltliche Auseinandersetzung mit Antifaschismus stattfinden. Die reine Konfrontationsebene sei keine sinnvolle antifaschistische Kritik, denn Gewalt, hinter der keine Kritik steckt, sei letztendlich auch faschistisch, meint Kathi. Die Konferenz will Alternativen finden.

Auch Marius, der auf der Konferenz zusammen mit Kathi den Fantifa-Workshop leiten wird, berichtet von seinen Erfahrungen. Die auf Demos sehr martialisch auftretenden Menschen seien überwiegend Männer. Antifa bedeute Kampf für diese und funktioniere nach dem einfachen Schema ‚Wir gegen die‘. Archaische Geschlechterstereotype vom „starken Kämpfer-Mann“ würden auf Demos besonders stark reproduziert, beobachtet Marius. Natürlich würden längst nicht alle Männer „rummackern“, aber das Verhalten der wenigen dominiere die gesamte Demo, wirft Kathi ein.
Tatsächlich seien viele Frauen in der antifaschistischen Szene aktiv, berichten beide. Doch häufig würden Menschen durch die geschilderten Erlebnisse entmutigt, sich stärker einzubringen.

Kritik an der bestehenden antifaschistischen Praxis zu äußern sei schwierig, meint Marius. Antifaschistisch engagierte Menschen reagierten teils ablehnend weil sie sich selbst als anders, als kritisch und als ‚die Guten‘ sähen. Sexismus werde nicht als Problem wahrgenommen. Stattdessen würde Kritik aus den eigenen Reihen teilweise als „Nestbeschmutzung“ erlebt.
Doch gerade weil Sexismus und männliche Dominanz nicht als Problem erkannt würden, ist es für Kathi und Marius wichtig, sich mit dem Thema zu befassen. „Die schon in den neunziger Jahren von Fantifa-Gruppen geäußerte Kritik ist auch heute noch aktuell“, sagt Marius.

In ihrem Workshop beschäftigen sich Kathi und Marius zuerst mit der Entstehung und dem Selbstverständnis von Fantifa-Gruppen und wollen dann Möglichkeiten diskutieren, wie feministische Perspektiven in antifaschistische Gesellschaftskritik und Praxis einfließen können.

Der Workshop findet im Rahmen der Konferenz „Wir müssen mal reden… Antifaschistische Jugendkonferenz“ statt.
Datum: 06.12.2014
Zeit: 10-18 Uhr

Anmeldung bitte an: afa-juko(ät)web.de

weitere Informationen:
Facebook
http://falkenww.wordpress.com/antifa/

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