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#konsenskarneval – ein kurzes Gespräch mit der Initiatorin Melanie Trommer

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von Feminismus im Pott

Bild: Melanie Trommer

Melanie Trommer ist Feministin, Mutter, Aktivistin, Genderreferentin und Bloggerin. Sie wohnt in Köln und im Internet, dort findet man sie unter dem Namen glücklich scheitern.

Wie kam es zum Projekt #konsenskarneval und welche Grundgedanken stecken dahinter?

Die Idee kam zuerst, als ich bei einem Stammtisch mit anderen Feministinnen zusammen saß. Ja, viele dieser Feministinnen waren und sind leidenschaftliche Karnevalsfans. So ist das hier in Köln. Karneval ist einfach toll! Aber ja, Sexismus und sexualisierte Gewalt ist auch an Karneval nichts Neues. Präventionskampagnen setzen – wie so oft bei dem Thema – bei den Betroffenen an: Mädchen und Frauen wird geraten nicht alleine auszugehen, keine Getränke von Fremden anzunehmen, keinen Alkohol zu trinken, keine allzu sexy Kostüme anzuziehen und so weiter. Wir fanden, dass das nur gut gemeintes Victim Blaming ist. Denn der Umkehrschluss wäre ja: Wirst Du tatsächlich begrapscht oder vergewaltigt lag es an Dir – das Dekolletee zu freizügig, der Alkoholpegel zu hoch – und drängt damit Betroffene in eine unschöne Situation – ihnen wird ein aktiver Anteil am Geschehen unterstellt. Die Scham ist grade dann groß, sich Hilfe und Unterstützung zu suchen.

Wir wollten, dass der Fokus endlich auf die Typen gelegt wird: Sie sind es, die mit dem Alkohol vorsichtiger sein sollten und an deren Anstand appelliert werden sollte.
Das war der Gedanke unserer Aktion: Frauen sollten unbeschwert Karneval feiern können, in dem Wissen, dass sich alle gut benehmen würden

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Buchrezension: Vergewaltigung (Mithu M. Sanyal)

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von Silvana Schmidt

Ein Buch namens „Vergewaltigung“ – das ist schon eine Ansage, oder? Auch bei der Suche nach einem Verlag zur Veröffentlichung stieß Mithu M. Sanyal auf dieses Problem, wie sie bei einer Buchvorstellung im Oktober auf der Frankfurter Buchmesse erzählte: Als die Verlage vom Thema ihres Projektes erfuhren sagten sie reihenweise ab – nur Nautilus erklärte sich bereit für die Veröffentlichung eines Buches mit einem so „reißerischen“ Titel. Zum Glück hat es geklappt! Lange hatte ich nach der Beendigung eines Buches nicht mehr ein so drängendes Verlangen danach, die Wichtigkeit und Notwendigkeit seiner Existenz und seiner Verbreitung in die Welt hinauszuschreien!

Wie im Vorwort bereits erwähnt wird, überschlugen sich die Ereignisse die mit Vergewaltigungsdiskursen zu tun haben in den letzten Monaten leider geradezu, sodass Sanyal auf viele aktuelle Themen eingehen konnte und dies auch tat: Silvester 2015/16 in Köln, der Kachelmann-Prozess, der Prozess um Gina-Lisa Lohfink, #ausnahmslos und #aufschrei – auf all diese Aspekte bezieht sich die Autorin an der ein oder anderen Stelle.
Es ist ein unbequemes Buch, das viele Positionen hinterfragt – ganz gleich, ob sie eher linkspolitischen oder rechtspopulären, gewissen feministischen oder antifeministischen Lagern zuzuordnen sind. Dabei begibt sich Sanyal auf eine immer wieder nachfragende und entlarvende Suche danach, wie in unserer Gesellschaft eigentlich über Vergewaltigung gesprochen wird. Was verstehen wir darunter? Was sagen gesellschaftliche Debatten zu Vergewaltigung eigentlich über unser Geschlechterverständnis aus? Was über unser Opfer- und unser Täterbild (Und warum gendern* wir ausgerechnet hier so selten)?

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Hasen und Blusen – ein Erfahrungsbericht

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Fotograf: Joerg Metzner

Am Berliner Theater Strahl wird HASEN-BLUES. STOPP. in der Halle Ostkreuz, erst am 18. November 2016 dort uraufgeführt, in monatlichen Vorstellungsblöcken für Personen ab 14 Jahren gespielt.

Licht.
Ein riesiger Pappkarton hält inmitten der ansonsten leer gefüllten Bühne höchst selbst den Prolog, klappt an drei Flächen auf und bildet durch sein Inneres die Schule, in der das Stück jetzt beginnt; der Text beginnt.

Wenn hier die transgenderzentaurische Schulpsycholog*in Dr.*in Peters-Hase-Weinmeier-Schröder-Zebrallala oder die sich im Körper einer Lehramtsanwärter*in befindende Lila, wenn die Schüler*in Rox, die ohne eindeutige Geschlechtsmerkmale zur Welt gekommen ist oder die Schüler*in Fee, die mit verhältnismäßig vielen Personen Sex hat, wenn ein trauriges Riesenrad, wenn das Skelett aus dem Biologieraum oder ein „verschissen neutraler Kack-Karton“ hier zu Wort kommen und durchaus unterschiedlich und Unterschiedliches verhandeln, wird Folgendes klar: Der Text macht in seiner Vehemenz, in seiner Wut, in seiner Distanzlosigkeit und in seiner Liebe keinen substanziellen Unterschied zwischen Karton und Zebra, zwischen Rox, Dir, Fee, Lila oder mir; das ist alles und alles eins und das ist richtig, gut und wichtig. Diesen Unterschied gibt es nicht.

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Furzipation

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von Clem Entine

Jede*r hört es, jede*r riecht es, jede*r macht es. Und trotzdem ist es ein Tabuthema unserer Gesellschaft: Wenn Frauen furzen.

Illustration von Patricia Tarczynski

Es war einmal..

Eine junge Frau. Sie saß auf einem hippen Barhocker in einer hippen Bar einem hippen Pumperfisch gegenüber. Sie lauschte seinen viel zu proteinlastigen Geschichten, als sie einen inneren Druck verspürte. Dieses Gefühl kannte sie und fühlte sich zunehmend unwohl. Von links nach rechts rutschend, die Beine übereinanderschlagend und nervös auf der Lippe kauend, versuchte sie ihrem Darmtrakt eindeutige Signale zu senden.

Aber welches zwischenmenschliche Chaos kann solch ein kleiner Furz tatsächlich anrichten? Kann er beleidigend wirken, ja gar das Aus von Beziehungen bedeuten?

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„Eine Community für alle?!“ – Ein Erfahrungsbericht

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von Silvana Schmidt

anders und gleich – Nur Respekt Wirkt

Geflüchtete Menschen, Studierende, Akteur*innen in diversen Vereinen, Mitarbeiter*innen in queeren und antirassistischen Organisationen und Anlaufstellen, Engagierte im Bereich Anti-Gewalt-Arbeit – die Gruppe, die sich am 28. Januar im Bahnhof Langendreer zur Fachtagung „Eine Community für alle?!“ zusammenfindet, ist heterogen und bunt. Die Akzeptanz-Kampagne „anders und gleich – Nur Respekt Wirkt“, die Landeskoordination Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben und Schwule NRW, BACK UP – Beratung für Opfer rechtsextremer und rassistischer Gewalt, die Fachstelle Queere-Jugend. NRW – junge Geflüchtete, Rosa Strippe e.V. und SLADO e.V. haben eingeladen , um über Gemeinschaften zu sprechen. Andere Perspektiven sollen ermöglicht, neue Konzepte zur antirassistischen, integrativen Arbeit gemeinsam erarbeitet werden. Der Fokus liegt dabei auf den häufig verknüpften Erfahrungen von Rassismus und Diskriminierung aufgrund der Zugehörigkeit zur LSBTIQ*-Gemeinschaft.

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