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Interview mit Nicole Ulrich von der Rosa Strippe e.V.

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2 Senlima Flyer Front

Lilli Boheme: Liebe Nicky, erzähl uns doch direkt mal etwas über das Projekt Senlima. Wie ist es entstanden und welches Ziel verfolgt ihr?

Nicole Ulrich: Eine Mitarbeiterin mit Migrationshintergrund bei der Rosa Strippe e.V. hat das ganze ins Rollen gebracht und ihre Idee fand großen Anklang weil wir immer darum bemüht sind auf Input von außen zu reagieren, wenn das Projekt den Werten der Rosa Strippe e.V. entspricht. Leider ist die Mitarbeiterin frühzeitig aus dem Projekt ausgestiegen, so dass ich ihren Platz eingenommen habe und um die Weiterentwicklung bemüht bin. „Migration im Hintergrund – Gleichheit im Vordergrund“ ist der Arbeitstitel des Projekts, der die Intention schön widerspiegelt. Da er aber als Gruppenname etwas zu sperrig ist, haben wir uns gemeinsam für Senlima entschieden – ein Begriff aus der Weltsprache Esperanto, der für Unbegrenztheit steht und unser Vorhaben widerspiegelt.

Lilli: Was bietet ihr den Jugendlichen? Was soll die Gruppe leisten?

Nicole: Eingeladen sind alle jungen homosexuelle Menschen mit Migrationshintergrund und Flüchtlinge im Alter von 14-27 Jahre. Senlima soll einen (Schutz-)Raum für Austausch und Vernetzung sein, in dem sich die Jugendlichen kennenlernen und gemeinsam Freizeit verbringen können. Ein Raum, wo sie vielleicht einfach mal sein können. Menschen mit Migrationshintergrund können aufgrund des kulturellen Backgrounds Schwierigkeiten haben ein offenes Ohr in ihrer Familie für ihre Bedürfnisse zu finden, was einen problematisierten Umgang mit der eigenen Sexualität zur Folge haben kann. Wir sind darum bemüht einen Raum zu schaffen, in dem Kultur und sexuelle Orientierung ohne negative Folgen miteinander verknüpft und ausgelebt werden können.
Aufgrund der politischen Lage und der steigenden Flüchtlingszahl in Deutschland haben wir unser Vorhaben erweitert und uns dazu entschieden nicht nur Menschen mit Migrationshintergrund anzusprechen, sondern auch offen zu sein für Menschen die einen Flüchtlingsstatus haben. In diesem Entschluss hat uns auch ein Vortrag der LAG Lesben, in dem es um sexuelle Orientierung als Fluchtgrund ging, bestätigt.

3 Senlima Flyer Back

Lilli: Wie erreicht ihr die Menschen? Wie schwierig ist es Menschen in Flüchtlingsunterkünften über euer Vorhaben zu informieren?

Nicole: Wir wollen ein Netzwerk mit verschiedenen Flüchtlingsorganisationen, wie dem Flüchtlingsrat NRW und der medizinischen Flüchtlingshilfe, wie drei Kinderheimen in Bochum und Herne schaffen, um die Mitarbeiter*innen in den Institutionen und Flüchtlingsheimen über unsere Anlaufstelle zu informieren. Aber es ist schwierig sowohl Menschen mit Migrationshintergrund, wie Flüchtlinge zu erreichen weil die Angst vor Diskriminierung und Sanktionen groß ist. Wir sind uns zum Beispiel nicht sicher, ob viele geflüchtete Menschen wissen, dass Homosexualität in Deutschland als Fluchtgrund anerkannt wird. Aus Angst vor weiteren Repressionen wird darüber nicht offen gesprochen. Bisher gibt es leider noch keine große Resonanz auf unser Angebot, aber wir arbeiten daran es weiter bekanntzumachen und so einen Schutzraum zu etablieren.

Lilli: Bitte haltet uns weiter auf dem Laufenden!

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