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Ich bin keine Feministin, weil…

Ich bin keine Feministin, weil… published on 2 Kommentare zu Ich bin keine Feministin, weil…

ein Gastbeitrag von Lisa*

Bild: Lisa*

Aus relativ aktuellem Anlass, mal wieder, sehe ich mich dazu bewegt, mich ein wenig über eine Liste „aufzuregen“, die ich bei Buzzfeed  gefunden habe und zugleich auch mal eine Lanze für „den“ Feminismus zu brechen.

Warum „den“?! Weil genau das einer der Punkte ist, der mich bei dieser Liste, sagen wir mal, geärgert hat. Da wird DER Feminismus beschrieben, als (ganz klassisch):
– männerfeindlich
– einschränkend für die Selbstbestimmung von Frauen
– Gleichstellungsbremse
– Frauenbild diffamierend
– behaart und ungepflegt
– im Allgemeinen: extremistisch
…etc…

Und mein Lieblingsargument: „Es gibt wichtigere Dinge, um die wir uns kümmern sollten!…“
*Das Irritierendste an der ganzen Geschichte ist allerdings, dass die meisten Zitierten sich auf Punkte beziehen, für die Feminismus einsteht. Sie scheinen sich jedoch fast schon davor zu ekeln, das Wort Feminist*in für sich zu verwenden. Wieso?!*

Diese Liste spiegelt, ich würde fast sagen, 1:1 die Meinung wider, die in großen Teilen der Gesellschaft über Feminismus herrscht. Die Frage ist nur, woher kommt das? Die frühen Frauenbewegungen hatten damit auch zu kämpfen, doch sie wurden irgendwann zumindest anerkannt und haben sich einen Namen gemacht, der im Übrigen heute noch relativ gut angesehen ist. Der „neue Feminismus“ allerdings, der vielleicht auch mal mit etwas unkonventionelleren Mitteln kämpft (z.B. Nacktproteste der Femen), wird belächelt und sogar als bedrohlich angesehen.
Wie und wann ist es passiert, dass Feminismus ein solch negatives Image bekommen hat und sogar von allen Seiten massiv bekämpft wird, und das nicht nur von Männern, wie „die männerhassende Feministin“ vielleicht erwarten würde, NEIN, auch aus den eigenen Reihen hagelt es Kritik, Beleidigungen und vieles mehr.
Nun ja jetzt liegt die Idee vielleicht nahe, dass gerade Frauen, die gegen den bösen Feminismus wettern, sich bei ihren männlichen Artgenossen etablieren wollen und dadurch nach der Anerkennung suchen, die ihnen ansonsten von der Gesellschaft nicht entgegengebracht wird. Nun gut, mag ja sein, dass das bei einigen auch genauso der Fall ist und zusammenpasst.
Doch was ist mit denjenigen, die wie einige Bseispiele aus der Buzzfeed-Liste zeigen, den „alten Feminismus“ gut fanden und eigentlich auch für Gleichberechtigung sind, ihre eigenen Lebensentwürfe für sich wählen wollen, als Mensch und nicht als Stereotyp behandelt werden wollen…Das sind eigentlich Punkte, die in feministischen Strömungen mehr als nur Anklang finden.
Also komme ich zu dem Schluss: Das muss Unwissenheit sein!
Aber ist dem auch so?
Mit Sicherheit ist auch das ein großer Punkt, dass sich die meisten einfach nicht genug mit Feminismus auseinandersetzen, um zu wissen: WAS IST FEMINISMUS EIGENTLICH?!?

Ich glaube, ich könnte diese Ideen hier immer weiter spinnen. Tu ich aber nicht! Ich lasse an dieser Stelle einfach mal Raum für eigene Ideen und Interpretationen.

Ich würde mich freuen, wenn die/der* Eine oder Andere sich an das Thema dranhängen und auch ihren/seinen* Senf dazu abgeben würde!

Abschlussgedanke:
Was sollen Feminist*innen tun, wenn die Leute zwar auf der einen Seite nach Gleichberechtigung schreien, aber auf der anderen Seite auch nichts mit „dem bösen Männer verachtenden Feminismus“ zu tun haben wollen, der aber eben genau für sowas einsteht und kämpft?!
Ich hätte gerne ein Eis, aber Geld bezahlen will ich nicht dafür…

2 Kommentare

Ich habe über die letzten Monate die Erfahrung gemacht, dass viele junge Frauen Feminismus nicht mehr als zeitgemäß empfinden. Klar war all das wichtig, wofür die Feministinnen einst gekämpft haben, doch heute ist das doch alles nicht mehr so, ist die Meinung vieler. Diese Einstellung habe allerdings bei Freundinnen und Bekannten beobachtet, die einen sehr hohen Bildungsabschluss haben, die oft studieren und in deren Leben der Gender-Gap (noch) keine Rolle spielt.
Eine Freundin, die lange meine feministischen Ideen nicht teilen wollte, erkannte im Schulpraktikum, umringt von Teenagern, wie veraltet das Rollenbild in unserer heutigen Gesellschaft noch immer ist. Heute regen wir uns gemeinsam über aktuelle Probleme und sexistische Beiträge in den Medien auf.
Eine andere Freundin sagt immer „heute ist das nicht mehr so, heute kann jeder Mensch mit seinem Leben machen was er will, egal ob Mann oder Frau.“ und dass ich mich das zu sehr reinsteigere – das dieser Glaube an die absolute Gleichberechtigung aller ein feministischer Gedanke ist, das sieht sie nicht.
Doch leider kenn ich auch Menschen, die nicht so einsichtig sind, deren Vorstellung von Feministinnen die der „unrasierten, männerhassenden Karriereweiber“ist, von der sie sich selbst dann nicht abbringen lassen, wenn sie einer Minirock tragenden, Kosmetik verkaufenden Feministin gegenüber sitzen.

Ja, da hast du einen sehr wichtigen Aspekt angesprochen!
Zum einen wurden viele (zum Glück) noch nie mit der Problematik der (zusammengefasst) „geschlechterbedingten Benachteiligung“ bewusst konfrontiert und haben daher nicht die Sensibilität für dieses Thema. Zum anderen gibt es da immer noch diejenigen, die es nicht einsehen wollen, dass der „Kampf“ für Gleichberechtigung noch lange nicht ausgekämpft ist und es sich hierbei einfach um einen langwierigen Entwicklungsprozess handelt.
Geht man ein paar Jahre zurück war Vergewaltigung in der Ehe noch erlaubt (sofern ich richtig liege wurde das erst abgeschafft, da war ich schon auf der Welt und ich bin 24!!)! Hat man da aufgehört zu kämpfen als dieser Paragraf abgeschafft wurde?? War da schon alles erreicht?? Bestimmt nicht! Und das ist vielen nicht bewusst, sie geben sich mit dem Mittelmaß zufrieden, obwohl sie was besseres haben könnten und es schlicht und ergreifend ungerecht ist und man heute einfach ein anderes Bewusstsein zum Thema Gleichberechtigung haben sollte. Die Gesellschaft entwickelt sich immer weiter und Ansichten, Grundhaltungen,Werte,… ändern sich nur haben da viele keine Lust zu sich mit solchen Dingen auseinanderzusetzen! 1. Gibt es wichtigere Dinge, um die wir uns kümmern sollten und 2. was hab ich denn damit zu tun?! …

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