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Gegen 1000 Kreuze in Münster 2017 – Interview mit dem Bündnis

Gegen 1000 Kreuze in Münster 2017 – Interview mit dem Bündnis published on Keine Kommentare zu Gegen 1000 Kreuze in Münster 2017 – Interview mit dem Bündnis

Seit 2002 findet in Berlin der „Marsch für das Leben“ (bis 2006 „1000 Kreuze für das Leben“) statt. Erst alle zwei Jahre und dann ab 2008 jährlich treffen sich dort mehrere Tausend Menschen, um gegen Schwangerschaftsabbrüche und Praktiken der Sterbehilfe, Stammzellforschung und Präimplantationsdiagnostik zu demonstrieren. Seit 2006 findet solch ein Marsch auch jährlich in Münster statt. Auch dieses Jahr findet eine vom Bündnis organisierte Protestkundgebung in Münster statt, die sich sichtbar und vehement gegen die fundamentalistischen Christ*innen stellt.

Wir haben dem Bündnis ein paar Fragen gestellt, um es etwas näher kennenzulernen.
Bis Samstag!


Was ist der 1000 Kreuze Marsch?

Der 1000 Kreuze Marsch findet seit 2006 jährlich in Münster statt und wird von EuroProLife organisiert, die ein generelles Abtreibungsverbot fordern und schwangeren Menschen damit das Recht auf Selbstbestimmung absprechen. Die Teilnehmer*innen des 1000 Kreuze Marsch ziehen dafür mit weißen Holzkreuzen, die für 1000 Föten die angeblich täglich in Deutschland abgetrieben werden, durch Münsters Innenstadt.

Weshalb demonstriert ihr jährlich, wenn der 1000 Kreuze Marsch durch Münster zieht?

Zum einen um den Tag als Anlass zu nehmen, eigene Themen auf die Straße zu tragen und damit den fundamentalistischen Christ*innen was entgegenzusetzen. Aber auch, um ihnen die Möglichkeit zu nehmen, unbehelligt durch Münsters Straßen zu ziehen. Es sind leider nicht nur ein paar Spinner*innen, die in ihrer eigenen Welt leben, sondern Menschen, die Diskurse mitbestimmen. So machen sie z. B. auch Stimmung gegen alternative Familienmodelle. Sie greifen aber auch gezielt Menschen an, indem sie schwangere Personen vor Kliniken oder Praxen bedrängen, die Abtreibungen durchführen. Davon gibt es übrigens gar nicht mehr viele, da der Druck auf Ärzt*innen in den letzten Jahren massiv gestiegen ist.

Es ist also wichtig und notwendig, den ProLiveAktivist*innen entschieden entgegen zu treten.

Wie gestaltet sich euer Protest?

Der hat sich in den letzten Jahren ganz unterschiedlich geäußert. Von Blockadeversuchen, lautstarken Parolen, Konfetti- und Kondomregen, kreativen Aktionen bis zu Demonstrationen und Kundgebungen war schon alles dabei.

Wann und wie habt ihr euch zusammengeschlossen?

2009 haben wir zum ersten Mal zum Gegenprotest aufgerufen…

Wie seid ihr organisiert?

Wir sind mit ganz unterschiedlichen Menschen vernetzt und setzen uns jedes Jahr aufs Neue für den Protest zusammen.

Kann man euch dieses Jahr noch unterstützen?

Mobilisiert Menschen oder fragt einfach am Tag der Kundgebung ab 12 Uhr in der Stubengasse am Infotisch nach, ob ihr Aufgaben übernehmen könnt. Sowas wie Flyer verteilen… Dafür brauchen wir immer Leute.

Tretet ihr mit Abbruchsgegner*innen und ProLifeAktivist*innen in Dialog?

Nicht gezielt. Es gab die letzten Jahren am Tag selber immer mal wieder Diskussionen zwischen uns und den fundamentalistischen Christ*innen. Allerdings ist es schwierig mit Menschen zu diskutieren, die unter anderem den Holocaust verharmlosen, um ihre Ideologie zu begründen.

Wie reagieren die Münsteraner*innen am Straßenrand auf den 1000 Kreuze Marsch bzw. euren Protest?

Ganz unterschiedlich. In den vergangenen Jahren mussten sich Außenstehende erstmal orientieren, wer jetzt wofür und wer wogegen ist. Das wurde leichter, als wir begonnen haben Demos zu organisieren. Grundsätzlich aber bekommen wir jedes Jahr Zuspruch von Menschen, die größtenteils schon vor vielen Jahren für eine Abschaffung des §218 gekämpft haben.

Wie ist eure Erfahrung mit der Polizei vor, während und nach der Protestdemonstration?

Nicht besonders gut. Es gab seit 2009 jedes Jahr Repressionen. Die Teilnehmer*innen des 1000 Kreuze Marschs werden mit recht aggressiven Mitteln seitens der Cops von uns abgeschirmt.

Wo kann mensch sich melden, wenn mensch schlechte Erfahrung während des Protestes macht bzw. gemacht hat?

Am besten bei uns am Infotisch. Für Menschen, die von Repression betroffen sind bzw. festgenommen werden, wird’s einen EA (Ermittlungsausschuss) geben. Die Nummer geben wir am Tag der Kundgebung vor Ort bekannt. Aber auch hinterher kann man uns per Mail erreichen und dann können wir gemeinsam schauen, welche Schritte als nächstes angesagt sind. Es wird niemand alleine gelassen.

Gibt es noch Programm oder ein Zusammentreffen nach dem Protest? 

Nein, aber bisher haben sich immer noch Menschen spontan zusammengeschlossen, um den Tag gemeinsam ausklingen zu lassen.

Vielen lieben Dank und bis Samstag dann wieder in Münster!

 

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