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Me, my Selfie and I – Gedanken zu Instagram

Me, my Selfie and I – Gedanken zu Instagram published on 1 Kommentar zu Me, my Selfie and I – Gedanken zu Instagram

von Laura

Laut einer britischen Studie schadet die Nutzung von Instagram am meisten der psychischen Gesundheit von Jugendlichen. Sie fühlen sich einsam, depressiv und entwickeln ein geringes Selbstwertgefühl. Die perfektionistische Bildästhetik vieler populärer Accounts zeigt ein perfektes Leben im perfekten Körper. Auch weniger prominente Nutzer*innen übernehmen diese Bildsprache, Posen und das Feintuning durch verschiedene Filter. Ohne Frage gibt es subversive und ironische Accounts; die Masse der Accounts reproduziert aber weiterhin die Norm (weiß, schlank, „gesund“ usw.).

Auszug aus dem Katalog „female trouble“, „Spiegelselfie“ von 1863/64


Durch einen bestimmten Winkel, ausgewähltes Make-Up und den passenden Gesichtsausdruck entsteht die Möglichkeit mit wenig Aufwand ein Selbst in Form eines Selfies visuell zu kreieren, das einem eigenen Ideal möglichst nahe kommt. Das Ergebnis reiht sich in die Sammlung von Selfies ein, deren Nutzer*innen die gleichen Strategien zur Selbstdarstellung nutzen.

Auszug aus dem Katalog „female trouble“

Ist das verwerflich? Ich finde nicht. Wir alle versuchen in dieser Gesellschaft, in der das westliche Schönheitsideal als die Norm gilt, so unbeschadet wie möglich zu leben. Und wenn einem Menschen das Passing leichter fällt, ist diese Entscheidung nachzuvollziehen.

Wir wissen jedoch auch, wie viele Menschen unter dem Versuch leiden, das Bild im Spiegel, dem Bild auf Instagram anzupassen. Vor dem Spiegel lässt sich nicht der Po wegschneiden, die Pickel verschwinden nicht mit einem Wisch. Die Kluft zwischen Schönheitsideal und selbst, kann auch digital nicht überbrückbar sein.

Das ist ok.

Wichtig ist, dass wir verstehen, wie wir Instagram nutzen. Das heißt, wie wir unser Selbst auf dem Smartphone modifizieren. Ich bin keine Anhängerin der #nofilter #nomakeup Bewegung, die das „echte“, das „authentische“ Selbst im Bild einfangen will (Auch hier wird durch Posen und durch Licht getrickst. Diese Bilder entstehen meist an einem „guten“ Tag – ihr wisst, was ich meine.). Diese Maske fallen lassen, ist für diejenigen einfacher, die es „sich leisten können“, also ohne Hilfsmittel dem Ideal gerecht werden. Wodurch der Abstand zu den anderen vergrößert wird. Damit lockern sie also nicht die Ansprüche, sondern verschärfen sie und machen die sich nicht so Zeigenden zu Täuscher*innen.
Ungeachtet der Fallstricke von Instagram, ist das Medium jedoch auch eine Chance, Selbstbilder zu produzieren, zu hinterfragen und zu diskutieren. Gleichgesinnte, gleich Ausschauende und gleich Angeschaute zu treffen und sich auszutauschen. Wir entscheiden, wie wir uns auf Instagram sehen und zeigen wollen. Und können im kleinen Kreis der Follower*innen und ggf. darüber hinaus Bilder irritieren und ändern.

Bild: @lilli_boheme, Berlin, 2013

Es ist nicht nur entscheidend, welche Bilder wir posten, sondern auch wie wir sie kommunizieren. Wir müssen nicht auf Make-Up und Filter verzichten, sondern deutlich machen, dass dieses Gesicht eine Facette unseres Selbst ist, eine Modifizierte eben. Wenn wir mehr über die Nutzung von Instagram und unsere Selbstpräsentation kommunizieren, helfen wir Jugendlichen dabei, dieses Medium zu verstehen und es sich anzueignen.

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