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I cry, I scream, I complain, I worry and I protest – Interview mit Alex Alvina Chamberland

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Alex Alvina Chamberland ist eine der Künstler*innen, die morgen in Oberhausen bei 8. März – Ein Minifestival mit dem Theater Oberhausen mit dabei sein werden (siehe Interview). Vielleicht sehen wir dort ja auch einige von euch?
Wir haben der Künstlerin im Vorfeld einige Fragen gestellt, damit ihr euch auf das Festival und die Performance von Alex Alvina einstimmen könnt. Viel Spaß!

Hier findet ihr außerdem einen Ausschnitt aus der Performance:

Alex Alvina Chamberland – Foto Manos Kapa

*****English original version below*****

 

Wer ist Alex Alvina? Kannst du uns vielleicht etwas über dich erzählen?

Wenn ich eine Antwort auf die Frage „wer bin ich?“ hätte, würde mein Leben wohl vollkommen anders aussehen. Ich bin zu sehr ein Produkt dieses spezifischen Gefühlszustandes, in dem ich mich in dem Augenblick befinde, in dem diese Frage an mich herangetragen wird. Manchmal bin ich sehr überheblich, manchmal fühle ich mich komplett wertlos. Aber ich habe den Willen, eine bessere Welt zu schaffen und etwas, das bleibt. Eine bessere Welt bedeutet für mich Gerechtigkeit und Zukunftsfähigkeit, sowohl in einer umfassenden ökologischen und ökonomischen Form, als auch im ganz alltäglichen Sinne.

Deine Performance (HEAL THE WORLD OR DIE TRYING) in drei Worten?

Ich bräuchte 3000!

 

(Warum) sollte die Welt gerettet werden?

Ich weiß nicht, ob das Wort „gerettet“ hier der richtige Begriff ist – vor was gerettet und durch wen? Wenn wir hier über den Planeten sprechen: Die menschliche Spezies kann nur so viel Schaden anrichten, bis sie selbst dabei ausstirbt und der Planet wird trotz seiner Versehrtheiten zu alter Stärke zurückfinden und wachsen (Das macht den verursachten Schaden natürlich nicht weniger schlimm). Menschen, Individuen und Gruppen können niemals gerettet werden, ihnen kann sicherlich geholfen werden, sie können unterstützt werden oder sich verbünden, aber das ist etwas vollkommen anderes.

Alex Alvina Chamberland – Foto Manos Kapa

Hat Feminismus etwas mit Heilung zu tun?

Ja, aber im kollektiven Sinne. Der individuelle Heilungsprozess in Form der Selbsthilfe ist für mich uninteressant. Der Teil „or die trying“ [stirb bei dem Versuch] des Titels meiner Performance ist jedoch der Wesentliche, da er betont, wie Empathie, Sorge, ein offener Umgang mit Verletzlichkeit und eine intensive emotionale Verbindung mit der eigenen Umwelt sehr häufig in Selbstaufopferung, Erschöpfung, Explosion/Implosion, Bluten oder Selbstzerstörung enden. Unsere Welt ist schlicht nicht ausgelegt für diese Form der Sensibilität und der Liebe – Und das ist eine ganz wesentliche Ursache dafür, dass es sich in dieser Welt nur sehr schwer leben lässt, dieses Leben nur sehr schwer zu leben ist. Uns wird beigebracht, uns abzuwenden von dieser Form der gegenseitigen Anteilnahme, abzustumpfen, Inakzeptables zu akzeptieren, uns selbst und unsere nähere Umgebung als das Problem zu betrachten oder als Konsequenz verstoßen zu werden und als hysterisch, als eine Art „Vagina dentata“ markiert zu werden. Das möchte ich kritisieren. Ich kann es nicht aushalten in einer Welt, die auf diesen Voraussetzungen beruht, deshalb schreie und brülle ich, beschwere und sorge mich und ich leiste Widerstand.

 

*****English Version*****

 

Who is Alex Alvina. Maybe you could tell us something about you?

If I had the answer to the question „who am I?“ my life would look a lot different, I’m too much a product of the particular emotional mood I’m in at the moment when the question is asked, sometimes I have a lot of hubris, sometimes I find myself entirely worthless. But I find the will to create a better world something that always remains, and a better world means justice & sustainability in both a broad economical, ecological sense and detailed day-to-day sense.

Alex Alvina Chamberland – Foto Brigid Cara

 

Your performance (HEAL THE WORLD OR DIE TRYING) in 3 words?

More Like 3000 😉

 

(Why) should the world be saved?

I don’t know if the word „saved“ is the correct term – saved from what, from whom? If we’re talking about the planet, the human species can only do so much damage to it without making itself extinct, and the planet, although damaged, will slowly grow back (which still doesn’t make the damage done and all the suffering it inflicted, any more okay). And people, individuals, groups etc., can never be saved, certainly helped (on their own terms), supported or joined, but that is something different altogether.

 

Has feminism something to do with healing?

Yes, but in a collective sense – the individual healing of self-help is uninteresting to me. In general however it is the „or die trying“ part of the title of my performance that is more important, because it highlights how empathy, care, open vulnerability and an intense emotional involvement with the world around you often ends in self-sacrifice, exhaustion, explosion/implosion, bleeding, and self-destruction, because our world simply is not built for that type of sensitivity and love – and that is one of the centers inside the heart of what makes this world very hard to live in, and this life very hard to live. It’s the fact that we are taught to chip away at this way of engaging with our surroundings, becoming more jaded, accepting more of what is unacceptable, viewing our selves and our very involvement as the problem – or else be banished and branded hysterical, some sort of emotional vagina dentata – which I wish to criticise. I can’t stand a world that is built on these premises, so I cry, I scream, I complain, I worry and I protest.

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