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Aktivismus in Zeiten von Corona: Fatima Remli

Aktivismus in Zeiten von Corona: Fatima Remli published on Keine Kommentare zu Aktivismus in Zeiten von Corona: Fatima Remli

Kleine Schritte bewirken viel und Veränderung beginnt, indem wir bei uns selber anfangen.

Wer bist du und wofür engagierst du dich?

Ich bin Fatima Remli, Aktivistin und freie Autorin.
Ich setze mich für Gleichberechtigung, Feminismus und Menschenrechte ein. Nebenbei bin ich auch in Initiativen, die versuchen mehr Sichtbarkeit wichtigen Themen zu geben.

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Aktivismus in Zeiten von Corona: Orry Mittenmayer

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Schließt euch zusammen. Schafft barrierefreie Räume. Denkt und agiert kompromisslos intersektional. Handelt nach dem Prinzip each one teach one. Und schafft Sichtbarkeit. Das gilt vor allem für die männlich markierten Aktivisten. Wir verfügen über Privilegien, über die unsere Sisters aus den marginalisierten Communities nicht verfügen.

 

Wer bist du und wofür engagierst du dich?

Ich bin Orry und ich kämpfe für mehr demokratische Mitbestimmung in der Arbeitswelt vor allem in der Plattformökonomie und den Lieferdiensten. Weil gerade dort sich ein riesiger prekärer Niedriglohnsektor etabliert und unzählige Menschen in schlimme Lebensbedingungen drängt. Darüber hinaus engagiere ich mich für eine Gesellschaft, die inklusiv, solidarisch und gerecht ist.

Inwiefern hatte Corona Einfluss auf deine aktivistische Tätigkeit?

Puh, Corona hat das ganze definitiv nicht einfacher gemacht. I mean: Ich musste eine ziemlich steile Lernkurve hinlegen, um meine Arbeit vernünftig zu digitalisieren. Auf der anderen Seite haben sich nicht allzu viele Sachen verändert. Ich treffe trotzdem immer wieder die Fahrer:innen, bei den Essenslieferdiensten, um mich auszutauschen und gemeinsam neue Aktionen zu planen. Denn sie verfügen nicht über das Privileg im Haus zu bleiben, sondern sind gezwungen rauszugehen und weiterzuarbeiten, um zu überleben. Das gleiche gilt für Millionen andere Menschen, die im Einzelhandel arbeiten, Pflegekräfte sind, als Reinigungskraft Gebäude reinigen und so weiter und so fort. Vor allem Frauen bzw. Women of Color sind dadurch besonders hart betroffen, especially mit Blick auf unbezahlten Care Work. Viele Beschäftigte verzweifeln und müssen fassungslos zuschauen, wie die Regierung Unsummen in die Wirtschaft pumpt aber sich nicht, um die Arbeiter:innen schert. Dabei sind sie der Grund, dass der Laden noch läuft. Wie kann ich, da aufhören, sie zu treffen und versuchen zu empowern, damit sie sich gegen diese menschenverachtenden Zustände wehren?

Was können wir als Aktivist*innen tun, damit die Bewegung nicht stillsteht? Was brauchen wir als aktivistische Community, um handlungsfähig zu bleiben?

Schließt euch zusammen. Schafft barrierefreie Räume. Denkt und agiert kompromisslos intersektional. Handelt nach dem Prinzip each one teach one. Und schafft Sichtbarkeit. Das gilt vor allem für die männlich markierten Aktivisten. Wir verfügen über Privilegien, über die unsere Sisters aus den marginalisierten Communities nicht verfügen. Es ist unsere unverrückbare Pflicht, diese Privilegien radikal zu nutzen, um wirkliche und wahrhafte Verbündete zu sein. Viel zu viele Sisters führen diese Kämpfe allein und werden dafür unsichtbar gemacht oder im schlimmsten Falle gehatet oder angegriffen. Wir müssen sie nicht beschützen. Wir müssen nicht für sie sprechen. Wir müssen an ihrer Seite stehen und niemals verzagen. I see you. I feel you.

Welche message möchtest du den Menschen noch mitgeben?

Ich bin Schwarz und Schwerbehindert auf die Welt gekommen. Seit ich denken kann wurde mir vermittelt, dass ich minderwertig sei und lange Zeit habe ich es mit jeder Faser meiner Identität geglaubt. Es waren zwei Menschen, die mich empowerten und ermutigten politisch aktiv zu werden. Die mir zeigten, dass Politik nicht einer kleinen Gruppe von alten weißen Männern gehört, sondern uns allen und wir dafür kämpfen müssen. Wir sind Aktivist:innen, weil wir an eine bessere Welt glauben, weil wir den Generationen nach uns eine schönere Welt hinterlassen wollen. Dass unsere Kinder und unsere Kindeskinder nicht auch mit Wunden und Narben kämpfen müssen, verursacht durch eine Gesellschaft, deren Strukturen zutiefst rassistisch geprägt sind- among else. Um dahin zu kommen, dürfen wir niemals aufgeben. Wir müssen mit Liebe und Leidenschaft kämpfen aber wir dürfen uns nicht selbst darin verlieren und anfangen zu glauben, wir sind minderwertig. Dafür gibt es nicht den geringsten Anlass. We are strong. We are soft and in times we are weak. We are beautiful. We are humans.

Aktivismus in Zeiten von Corona: Sodastreamfan

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Picture by @kantocat

Aktivist*innen müssen sich der veränderten Wahrnehmung, eingeschränkter sozialer „Leistungsfähigkeit“ und neuen Formen von Diskriminierung bewusst sein, um effektiv aufzuklären und Möglichkeiten zu entwickeln mit ihnen umzugehen.

Wer bist du und wofür engagierst du dich? 

Ich bin Soda (they/them), auf Instagram als @sodastreamfan unterwegs, (Fremdbezeichnung) Meme-Künstler*in und Twitter-Ikone, (Selbstbezeichnung) ein Gehirn im Glas, das manchmal Witze auf Stock-Images schreibt und damit ein paar Leute zum Lachen bringt. Ich mache vor allem Memes über Feminismus, Antirassismus, Klassismus und aktuelle politische Ereignisse, beleuchte (Alltags-)Situationen sarkastisch, egal ob eigene Erfahrungen oder motiviert durch die Erzählungen meiner Follower*innen und kläre in meiner Story und den Bildunterschriften kurz und knapp über die politischen Inhalte und Hintergründe auf.

Inwiefern hatte Corona Einfluss auf deine aktivistische Tätigkeit? 

Ich würde meine Memes nicht unbedingt als aktivistische Tätigkeit bezeichnen, sondern das was unter meinen Posts und dahinter passiert: Menschen tauschen sich über gemeinsame Erfahrungen, ihre Wut und Frustration aus und finden im Humor eine gemeinsame Bewältigungsstrategie für das Gefühl der Entmächtigung. Ich biete nur ein digitales Spielfeld dafür, mit Stock Images und bunter Schrift, das allenfalls mal eine Person zum Schmunzeln bringt. Durch die Pandemie sind auch reihenweise Events und Gruppen für junge Menschen weggefallen, ob privat organisiert, oder von Kollektiven und Clubs, die normalerweise ein Ort waren, in denen sie mit ihren Erfahrungen, Gefühle und Ängste nicht alleine waren und gehört wurden. Jetzt gibt es eben mehr online und nicht zuletzt auch meine Memepage, die ohne Corona sicherlich gar nicht erst so groß geworden wäre. Ich denke, dass ich von der steigenden Bildschirmzeit also eigentlich profitiert habe, zumal es jetzt auch irgendwie sozial akzeptierter ist den ganzen Tag vor dem Handy zu sitzen.

Was können wir als Aktivist*innen tun, damit die Bewegung nicht stillsteht? 

Was brauchen wir als aktivistische Community, um handlungsfähig zu bleiben? Ich denke, dass das allerwichtigste und grundlegendste, was allen Bemühungen, wie online Events, Gruppen und Lesungen vorausgehen sollte, ein sensibler Blick auf die veränderte Realität ist. Die Pandemie schafft ganz neue Umstände, die unser komplettes Leben durchziehen: Das reicht von wirtschaftlichen und psychischen Problemen, bis hin zu vielleicht vorerst unwichtiger erscheinenden Phänomenen, wie einem Gefühl von konstanter Erschöpfung und einer veränderten Wahrnehmung von sozialem Leben und Interaktion. Wir sind zurzeit nicht nur eingeschränkt in unserer Freizeitgestaltung, sondern erleben auch eine räumliche Reduktion, verbringen die meiste Zeit in unseren Zimmern und dem eigenen Körper und die Sorgen, die unterbewusst in unseren Köpfen herumschleichen, bekommen kein Ventil und keinen Auslauf. Ich denke, dass grade Personen, die durch Diskriminierung eine konstante Reduktion auf den Körper erleben (das reicht von sexuellen Übergriffen, bis zu Trans- und Queerfeindlichkeit, Ableismus und mehr) diese nun anders erleben und daher neue Bewältigungsstrategien benötigen. Aktivist*innen müssen sich der veränderten Wahrnehmung, eingeschränkter sozialer „Leistungsfähigkeit“ und neuen Formen von Diskriminierung bewusst sein, um effektiv aufzuklären und Möglichkeiten zu entwickeln mit ihnen umzugehen. Grade Ableismus wird viel zu wenig thematisiert, wobei dies besonders in einer medizinischen Krisensituation vermehrt in den Mittelpunkt rücken sollte. Wie verändert eine Pandemie unsere geteilte und individuelle Erfahrung mit Diskriminierung? Wie verschieben sich Machtverhältnisse und was bringt diese Verschiebung mit sich? Ein gemeinsamer Austausch könnte uns ermöglichen aktuelle Probleme besser zu verstehen und einen Rahmen zu finden, in dem wir diese angehen können.

Welche message möchtest du den Menschen noch mitgeben? 

Männer LOL!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aktivismus in Zeiten von Corona: Black Pigeon

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Solidarisches Handeln und das Achten und Sorgen für einander sind Dinge, die wir auch im kleinen praktizieren können.

Wer bist du und wofür engagierst du dich?

Wir organisieren uns als Kollektiv, was gemeinsam den Anarchistischen Buch- und Kulturladen „Black Pigeon“ betreibt. Zum einen werden Bücher und vegane Lebensmittel verkauft, es stehen Informationsmaterialien bereit, aber in erster Linie ist der Raum ein Treffpunkt und Veranstaltungsort, an dem sich Menschen ohne Konsumzwang aufhalten können.
Die Aktivitäten reichen von einfachen Ladenöffnungszeiten, in denen Menschen aus anderen Projekten, Nachbar_innen und an libertären Ideen interessierte Personen vorbei schauen.
Vorallem die Gruppen, die ihre Veranstaltungen im Laden machen, halten das ganze lebendig. Auch hier gibt es eine große Spanne – von der D.I.Y.-AG, bis hin zum Sprachkurs, dem Tag der anarchistischen Gruppe Dortmund, die jede Woche diverses Programm vorbereitet, Vorträgen, Lesungen, Filmabenden, Bildungskursen sowie Gruppen- und Vernetzungstreffen.
Lange Rede kurzer Sinn: Wir engagieren uns für die Infrastruktur anarchistischer, linker und nachbar_innenschaftlicher Art.

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Aktivismus in Zeiten von Corona: Awa Yavari

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Die Corona Pandemie hat die sozialen Ungleichheiten drastisch verschärft und insbesondere Frauen härter betroffen. Viele Perspektiven werden jedoch unsichtbar gemacht.

Wer bist du und wofür engagierst du dich?

Ich bin Awa und engagiere mich in meiner Arbeit als historisch-politische Bildnerin für mehr gesellschaftliche Teilhabe und Sichtbarkeit von Menschen, die von der Dominanzkultur in den Rand gedrängt, gesilenced und unsichtbar gemacht werden. Es gibt einige Kämpfe zu kämpfen. Kämpfe gegen jegliche Form der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit, gegen Unterdrückung und für Gerechtigkeit. Ich kämpfe für einen intersektionalen und machtkritischen Feminismus, der unterschiedliche Lebensrealitäten inkludiert und für die Sichtbarkeit marginalisierter Stimmen mitstreitet.

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