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Es gibt einen Genderwahn

Es gibt einen Genderwahn published on 1 Kommentar zu Es gibt einen Genderwahn

von Katja Sabisch

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http://the-daily-feminist.tumblr.com/

Es gibt einen Genderwahn. Und ich als Professorin für Gender Studies bekomme nichts davon mit. Deshalb plane ich nun einen Facebook-Account und werde versuchen herauszufinden, wer oder was denn wahnsinnig ist. Ich weiß nämlich von meinen studentischen Hilfskräften, dass die Debatte darüber im Netz stattfindet – et voilà, hier bin ich!

Bislang habe ich feststellen können, dass unter Genderwahn bereits die Meinung fällt, dass die Gleichstellung von Männern und Frauen eine gute Sache ist. Nun, das ist erstaunlich. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit hört sich für meine Ohren nicht allzu verrückt an. Vom Genderwahn sei aber auch die Wissenschaft betroffen – und das betrifft mich jetzt direkt, denn mein Lohn ist sowieso gleicher als der von anderen. Gender, so die einhellige Meinung, führe zu Unwissenschaftlichkeit. Und jetzt kommt es: Die Geschlechterperspektive in der Wissenschaft sei nicht objektiv und damit eben unwissenschaftlich. Auch das ist erstaunlich. Denn wenn ich die philosophischen und soziologischen Klassiker richtig verstanden habe, wurde die Mär von der wissenschaftlichen Objektivität spätestens zu Beginn des 20. Jahrhunderts als eben solche entlarvt. Und das nicht mal von Feministinnen, die hatten da weiß Gott anderes zu tun. Das heißt, dass nicht nur der wissenschaftliche Blick auf Geschlecht, sondern auch der auf Finanzmärkte, Kugelfische oder PEGIDA sozial positioniert ist. Wenn ich also demnächst eine große Studie über den Genderwahn anstrenge, ist das ein ebenso ärgerliches epistemologisches Problem wie die Erforschung der Eisbären auf der Insel Nordaustland bei Spitzbergen – und hat leider nichts mit Gender zu tun.

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Morgan Nardi: Wenn unsere Blicke sich treffen, ist es Tag oder Nacht?

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von Chiara Fabri und Lomé

FFT Düsseldorf, 24.02.2015
Regie/Choreographie Morgan Nardi Tanz Said Gharbi Schauspiel Bianca Künzel Statisten* Martin Meinhardt, Clemens Schaar Dramaturgie Alessandro Sciarroni Lichtdesign/Bühne Tim Lenzig Sounddesign/Soundkonzept Chris Benner, Tim Lenzing Produktionsassistenz Benedict Eickhoff Mitarbeit Jana Marscheider

Programmtext: Sein oder nicht sein? Sehen oder nicht sehen? Der Choreograf Morgan Nardi befragt das Theater als Guck-Kasten und die Macht des Blickes innerhalb tradierter Geschlechterkonstellationen. An einem zweigeteilten Abend lässt er einen blinden Tänzer auftreten und eine Schauspielerin, die ihre Stimme erhebt – und verliert. Mit Textfragmenten von Derrida und  Shakespeare beabsichtigt Nardi nicht weniger als die Dekonstruktion dieser männlichen Ordnung.

in den Schoß fallen
https://www.facebook.com/morgan.nardi

In Morgan Nardis aktueller Inszenierung „Wenn unsere Blicke sich treffen, ist es Tag oder Nacht“, geht es um die Unterscheidung zwischen Blicken und Sehen.

Blicke können abschrecken oder einschüchternd wirken – trotzdem soll man den Blick übersehen und den Focus auf das Auge und alles was dahinter kommt, legen. „Sehen oder nicht sehen?“ – dieses Stück ist definitiv keine Neuauflage von Shakespeares Hamlet, sondern nimmt dessen populärste Frage „Sein oder nicht sein?“ als Basis, um diese dem Publikum zu stellen.

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Eine Tüte Feminismus, bitte!

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von Käthe

Unbenannt
http://media.giphy.com/

Morgens um halb neun im Ruhrgebiet. Der Bus zur Arbeit kommt in 15 Minuten. Ich hetze aus der Haustür. Auf dem Weg noch schnell zur Bude. Ein belegtes Brötchen, nen Kaffee und ne Tüte Alltagsfeminismus und schon bin ich bereit für meinen Tag. Das wäre doch praktisch. So eine Tüte Feminismus immer dabei zu haben. Griffbereit, wenn der Kollege seinen Baugeräte-Kalender mit „ganz besonderen“ Gerätemodels aufhängen möchte. In der Tasche parat, wenn im Wartezimmer vom Arzt ein „Foto-Kunstwerk“ hängt, auf dem ich leider nur eine Form von Street Harrasment erkennen kann. Oder auch direkt zur Hand, wenn mir mal wieder ein „Lach doch mal“ entgegenkommt. Einfach Tüte auf, Spruch raus. Direkt, verständlich, der Situation angemessen.

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Street Harassment und mein Erfolgserlebnis

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von Emmi Toja

Beim Lesen der anderen Beiträge zum Thema „Street Harassment“ habe ich mich gleich an Situationen erinnert, die ich selbst mit Unbekannten auf der Straße, am Bahnhof oder nachts im Club erlebt habe. Frau wird blöd angequatscht, der eigene Körper wird kommentiert, frau erfährt grenzüberschreitende Berührungen und dergleichen mehr. Plötzlich ist alles Selbstbewusstsein weg, der Kopf ist leer, und zurück bleibt ein Gefühl von Hilflosigkeit und Ärger, das einem den Tag oder zumindest die nächste Stunde verdirbt.

Dann ist mir eine Situation eingefallen, die anders war – und die möchte ich gerne mit euch teilen.
Ich kam mit einem Freund von einem Open Air Konzert, es war spät und regnete in Strömen. Die Bushaltestelle war so voll, dass wir uns nicht mehr unters Dach quetschen konnten, also ging ich kurz entschlossen ein paar Meter weiter und wollte mich zu einigen anderen Personen in den Eingang einer Kneipe mit großem Vordach stellen. Da quatschte mich ein offensichtlich angetrunkener Typ mit Bierglas in der Hand von der Seite an: „Ey, Unterstellen kostet einmal Brüste zeigen!“

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Weniger SEIN, mehr HABEN. Die Kunst erfolgreich bei Frauen zu sein.

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Death Proof, 2007
Szene aus dem Film Death Proof, 2007

von Frau Fuchs

Ich treffen meinen guten Freund Roger in einer schummrigen Bochumer Kneipe abends an irgendeinem Werktag. Wir sitzen in der hinteren Ecke des Ladens um ausreichend Ruhe für unser Gespräch zu finden. Ich hatte einige Tage zuvor mit Roger auf dem Weihnachtsmarkt bereits über das Thema diskutiert und war erstaunt von seinem spezialisierten Wissen über diesen Gegenstand: Das Phänomen Pick-Up und die mediale Formung dieses Phänomens anhand des Falls von Julien Blanc, einem sogenannten Pick-Up-Artist, der aufgrund eines Videos, in welchem man ihn frauenverachtend und sexistisch gestikulierend zu sehen bekommt, in vielen Ländern – als politische Reaktion auf seine Handlung – ein Einreiseverbot erteilt bekam.

Roger beschäftigt sich schon lange mit dem Trend Pick-Up, den er selber als „Success with women“ bezeichnet, weil er es angemessener und zeitgemäßer findet. Er hat auch längere Zeit Julien Blancs Beiträge in seinem Twitteraccount verfolgt, dessen Inhalt sich hauptsächlich durch zynische und ironische Statements gegen Frauen auszeichnet.

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