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Eine bequeme Wahrheit

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Ein Gastbeitrag von Anna Schiff
(Erstveröffentlichung: ‚Wir Frauen‘ 3/2014)

Manchmal landen auf dem Redakteur*innen-Schreibtisch Bücher, bei denen mensch sich schon vor dem Lesen heimlich fragt, ob es wirklich sein musste, dass dafür ein Baum stirbt. „Tussikratie“ ist eines dieser Bücher. Aber Diskurse über Feminismus beobachten sich ja nicht von alleine, da muss sich die Feministin schon mal in den Morast begeben.

Zu meiner Überraschung konnte ich bereits im ersten Kapitel etwas Neues über mich herausfinden: Ich bin eine Tussi. Das war mir bis zum Lesen des, nennen wir es ruhig Erguss, von Theresa Bäuerlein und Friederike Knüpling nicht klar. Zumindest nicht so eindeutig. Zwar wurde ich durchaus schon in meinem Leben (gerade in der Pubertät) als Tussi beschimpft, aber da bezog es sich auf die mir attestierte weibliche Obsession bezüglich meines Äußeren. Jetzt aber kann ich aus vollem Herzen zustimmen. Aber nicht nur ich – die ganze Wir Frauen-Redaktion und wahrscheinlich auch Sie, liebe Leser*in, – alles Tussis:

„Die Tussi selbst ist solidarisch. Vor allem mit Frauen. Sie hat einen großen Freundinnenkreis und versucht, ein speziell weibliches Netzwerk aufzubauen. Sie hat sich auch um ein Stipendium extra für Frauen beworben […]. Unter Frauen fühlt sie sich sicherer als unter Männern, sie findet Bestätigung bei ihren Geschlechtsgenossinnen, und es ist ihr wichtig, dass die Frauen keinen Keil zwischen sich treiben lassen.“

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Beitrag in ak[due]ll über Feminismus im Pott

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Vor kurzem gab unsere Bloggerin Lilli Boheme das erste Interview über Feminismus im Pott. Mit der akduell redet sie über unseren Anfang, unsere Wünsche und Ziele für unser Projekt. Hier findet ihr den Blogbeitrag.Screenshot_Artikel_akduell

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Frau und Flüchtling

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Ein Gastbeitrag von Mac

Bereits 1996 flüchtete Elisabeth Ngari aus Kenia nach Deutschland. Sie lebte sieben Jahre in mehreren Flüchtlingslagern in Brandenburg. Geschockt von den Zuständen gründete sie mit Mitstreiterinnen die Gruppe „Women in Exile“, die sich für die Rechte von Flüchtlingsfrauen in Deutschland stark macht. Aktuell engagierte sich Ngari mit ihrer Gruppe bis Anfang September bei der „Flüchtltingsfloßtour 2014“ der Band Strom & Wasser, die auf selbst gebauten Holzbooten über deutsche Kanäle und Flüsse fährt, um auf die katastrophalen Zustände während der Flucht aufmerksam zu machen. Schwerpunkt der Tour ist insbesondere die mehrfache Diskriminierung von Flüchtlingsfrauen. Wir haben mit der Aktivistin am Rande einer Veranstaltung darüber gesprochen, was es heißt Flüchtling und Frau zu sein.

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Foto: Mac

Feminismus im Pott: Was sind die Hauptprobleme für Frauen, die geflüchtet sind?

Ngari: Wenn Flüchtlinge Frauen sind werden sie häufig mehrfach diskriminiert. Die meisten Probleme resultieren dabei aus der Unterbringung in Flüchtlingslagern. In Duisburg zum Beispiel habe ich gesehen wie zwei erwachsene Frauen mit vier Kindern in einem Zimmer leben mussten. In fünfzehn Jahren als Aktivistin in Brandenburg und Berlin habe ich so was noch nicht gesehen. Unglaublich. Die beengte Lebenssituation führt zu unmöglichen Zuständen.

Was bedeutet es, auf so engem Raum zusammen leben zu müssen?

Vor allem fehlende Privatsphäre. Zum Beispiel wenn eine Frau gerade aus der Dusche kommt und einem Mann begegnet. Häufig sind die sanitären Einrichtungen nicht einmal nach Geschlecht getrennt, Frauen haben keine Schutzräume. Außerdem verhalten sich die Heimmitarbeiter oft unangemessen: Sie kommen rein ohne zu klopfen und haben keinen Respekt vor der Privatsphäre der Frauen.

Wie sieht die Situation in Bezug auf die gemischten Flüchtlingslager aus?

Wegen des engen Zusammenlebens treffen Frauen und Männer schnell aufeinander. In Hessen hat uns eine Frau erzählt, dass es für 180 Menschen nur drei Waschmaschinen im ganzen Flüchtlingslager gibt. Hier zeigten die Männer ihre Dominanz: Sie packten die Wäsche der Frauen aus den Maschinen, um zu zeigen, dass sie mächtiger sind und bestimmen können.

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Mini-Serie

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Frau*sein erfahren

von Lilli Boheme

Das Miteinander im Alltag lässt jede*n von uns in unterschiedliche Rollen schlüpfen. Die wohl markantesten Rollen sind die des Mann*- oder Frau*seins. Meist unbewusst, da wir seit unserer Kindheit gelernt haben, was es bedeutet als Mann* oder Frau* zu leben und so ein geschlechtsspezifisches Verhalten verinnerlicht haben.

Alltägliche Wege…

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Collage von Malina und Bea

 

Unabhängig voneinander haben sich drei unserer Autor*innen in ihrem ersten Beitrag für den Blog mit ihrem Alltag als Frau* auseinandergesetzt – genauer mit einer Begegnung zwischen Männern* und Frauen*.

Alle Erfahrungsberichte handeln von ‚street harassment‘ – also einer alltäglichen Belästigung auf dem Weg zur Arbeit, in der Uni oder in der Disko. Darunter fallen zum Beispiel vermeintliche Komplimente („Lächel doch mal – dann siehst du noch viel hübscher aus.“), Beschimpfungen oder auch körperliche Übergriffe. Da wir alle nur ein Produkt unserer Erfahrungen sind und ein individuelles Gefühlsleben besitzen, wird das was als Belästigung gilt stets subjektiv wahrgenommen und die Grenzen variieren von Mensch zu Mensch.

Die Autor*innen schreiben über ihre Erlebnisse ‚im Dunkeln‘, beim nach Hause kommen und Weggehen. Sie schreiben über ihre Ängste und negativen Erfahrungen, aber auch über Möglichkeiten dieses ungleiche Verhältnis zu kippen und sich zu empowern!

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Die Türkei hat eigene Feminist*innen

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Ein Gastbeitrag von Anna Schiff
(Erstveröffentlichung: ‚Wir Frauen‘ 2/2014)

„Nein, ich möchte wirklich keine Kundenkarte haben. Ich gehe ein halbes Jahr ins Ausland.“
„Ach, na gut, wenn das so ist. Wo geht es denn hin?“
„In die Türkei.“
„Oh.“
– Pause –
„Ist schon ok. Ich habe mir das so ausgesucht. Ich will in der Türkei studieren.“
„Hmm… ja, kann sicher auch ganz schön sein, mal so was ganz anders.“

flaggetuerkei29Ganz normaler Alltagsrassismus, der rein gar nichts mit der „ungebildeten Verkäuferin“ zu tun hat. Auch an der Universität bin ich dem einen und anderen erleichterten Aufseufzen begegnet, als ich erzählte, dass ich nicht irgendwo in der Türkei studieren werde, sondern in Istanbul. „Ahhh …. Istanbul. Ja, das kann ich verstehen. Dort ist es ja viel … europäischer.“ Aber was heißt denn schon europäisch? Rumänien wohl kaum. Nein, dahinter steckt der Gedanke an das Europa der ersten Klasse. Das Europa, das so ist wie wir und nicht wie die. Die Türkei genießt in Deutschland kein besonders gutes Image. Sehen wir mal ab vom Bild eines billigen Urlaubslands mit Imbissbuden. Die Wahlergebnisse machen es nicht gerade besser. Was ist nur los mit denen? Die hier sind halt so, antworten dann die deutschen Austauschstudent*innen, die hier die größte Gruppe der Auslandsstudierenden stellen. Sie werden sich später einmal „interkulturelle Kompetenz“ in den Lebenslauf schreiben, obwohl sie nach einem Jahr Türkei gerade mal ein Bier auf Türkisch bestellen können. Die Ironie dabei fällt den wenigsten auf. Türkisch ist eine Sprache die man nicht er-, sondern verlernt, schrieb Kübra Gümüsay einmal so treffend.

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