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Feine Aquarelle und faire Shirts – ein Interview mit feinwasser

Feine Aquarelle und faire Shirts – ein Interview mit feinwasser published on 1 Kommentar zu Feine Aquarelle und faire Shirts – ein Interview mit feinwasser

von Laura

feinwasser – Wer steckt dahinter?
Wir sind Lukas Böhm und Crispin Müller, beide schon länger engagiert in den Bereichen Nachhaltigkeit und alternatives Wirtschaften. Crispin hat die solidarische Landwirtschaft in Dortmund mitgegründet und Lukas die Lokalgruppe des Netzwerks Plurale Ökonomik in Bochum.

Was bedeutet der Name?
feinwasser steht für feine Aquarelle auf fairen Shirts.

Wie seid ihr auf die Idee zum Shop gekommen?
Das hat sich etwas spontan entwickelt. Lukas malt schon länger Motive und dachte sich, dass die sich ganz gut auf Shirts machen würden. Aber dabei war klar, dass man sich am Trend zu Fast-Fashion nicht beteiligen will. Nach und nach kristallisierte sich dann raus, dass so ein Unternehmen viele Möglichkeiten bietet Aufmerksamkeit für das wichtige Thema faire Kleidung zu schaffen und sich darüber hinaus politisch zu engagieren.

Wie ist euer Konzept?
Wir möchten ein authentisch politisches und radikal nachhaltiges Unternehmen schaffen. Wir legen alle unsere Finanzen offen, beziehen unsere fairen Shirts aus einer komplett transparenten Lieferkette und bedrucken nur nach Bestellung, um nichts wegschmeißen zu müssen. Mit dem Geld was wir erwirtschaften, wollen wir coole, ehrenamtliche Initiativen stärken, die oft schon mit wenig Geld viel erreichen können. Beispielsweise das Projekt Ankommen e.V. oder SCHLAU NRW, einer Initiative die Aufklärungsworkshops zu Geschlechtervielfalt leistet.

Außerdem wollen wir uns politisch positionieren: Antirassistisch, feministisch und gegen die globale Umweltzerstörung.

Wir glauben, dass die großen Unternehmen strukturell nicht in der Lage für einen wirklichen Wertewandel sind. Sie wurden zur Profitmaximierung aufgebaut und kein Nachhaltigkeitstrend der Welt wird milliardenschwere Konzerne grundlegend umbauen können.

Wir wollen daher eine neue Generation von Unternehmen mitgestalten. Eine die erkennt, dass wir mit einem „weiter so“ als Menscheit wenig Chancen auf eine lebenswerte Zukunft haben. Unternehmen sollen sich gründen, um Dinge zu verbessern. Die Gewinne sollten diesem Zweck dienen und nicht zum Selbstzweck werden.


Wie sind eure Gedanken zur aktuellen Situation der Bekleidungsindustrie?
Die Bekleidungsindustrie ist einer der Bereiche globaler Ausbeutung, wo das ganze Elend am deutlichsten sichtbar wird. Wir alle tragen die Werke von 70-Stunden-Wochen unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen irgendwo am Körper oder im Kleiderschrank. Auch wenn faire Mode glücklicherweise ein wachsender Zweig der Industrie ist, ist der Status Quo doch immer noch erschreckend. Unfaire Mode ist so allgegenwärtig, dass wir alle leicht vergessen, was für ein Leid dahinter steht.

Aus feministischer Perspektive ist es natürlich noch einmal niederschmetternder. Denn meistens sind es Frauen, die in den viel zu heißen Fabriken im Akkord schuften müssen. Sexuelle Übergriffe sind keine Seltenheit.

 

Warum shame? Weil es eine Schande ist, dass Unternehmen wie Levi’s
immer noch Milliardengewinne durch ausbeuterische Arbeit einfahren.
Faire Mode muss eine Selbstverständlichkeit sein. Unsere kurzlebigen
Trends dürfen nicht dafür verantwortlich sein, dass am anderen Ende der
Welt Frauen ihre Gesundheit zu einem Hungerlohn kaputtarbeiten

Was bietet ihr an bzw. wollt ihr anbieten?
Wir wollen Shirts anbieten, deren komplette Lieferkette wir nachvollziehen können und die lange haltbar sind. Außerdem wollen wir sie politischen oder anderweitig ausdrucksstarken Motiven bedrucken.

Die Shirts kommen vom Fair Trade Award Preisträger 3Freunde. 3Freunde hat eine Näherei in Indien mitgegründet und steht in persönlichem Kontakt zu den Baumwollproduzenten, welche sich ganz in der Nähe befinden. Das ist eine Form der Nachhaltigkeit, die noch über die von den Siegeln zertifizierten Mindeststandards hinausgeht. Man kennt die Bedürfnisse der Leute vor Ort und kann langfristige Handelsbeziehungen ausbilden, die den Menschen Planungssicherheit geben.

Ein paar Worte zur Startnext Kampagne…
Mit unserem Crowdfunding wollen wir uns unabhängig von Investoren machen. Wir wollen darüber die erste Charge Shirts finanzieren, die wir dann hier in Dortmund on-demand bedrucken können.

Wenn ihr also in Zukunft ein politisches Unternehmen mit wirklich fairen Shirts im Pott haben wollt: Unterstützt uns! Durch Spenden oder indem ihr es an Freund*innen weiterleitet. Wir freuen uns!

https://www.instagram.com/p/BamefiIATBs/?taken-by=feinwasser.postcapitalist

Klicktipp: The Fashion Industry – A Feminist’s worst Nightmare

1 Kommentar

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