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IFFF 2018: Hjärtet [The Heart]

IFFF 2018: Hjärtet [The Heart] published on Keine Kommentare zu IFFF 2018: Hjärtet [The Heart]

von Ann-Kathrin

© Garagefilm_Presse

Der Film Hjärtet [The Heart] der schwedischen Regisseurin Fanni Metelius zeigt uns eine weibliche Perspektive auf Liebe und Sex und fragt, wie wir Beziehungen heute und in Zeiten digitaler Vernetzung leben wollen.
Oberflächlich betrachtet schien mir die Geschichte von Mika und ihrem Freund Tesfay schon viel zu oft erzählt worden zu sein. Mädchen trifft Junge, nach etwas hin und her werden sie ein Paar und leben zusammen, es kommt zu Problemen und dann zur Trennung.
Die Geschichte der beiden ist aber viel mehr und repräsentiert eine Generation junger Frauen, deren Mütter immer eine größere Verantwortung für häusliche Aufgaben und Kindererziehung hatten und deren Vorstellung von einem selbstbestimmten (Beziehungs)-Leben von Lil’Kim und Sex and the City mitgeprägt wurde. So sagt uns Mika ganz zu Beginn des Films, Freiheit spiele für sie eine große Rolle.

Mikas Leben ist auch ganz selbstverständlich von Freiheit und Selbstbestimmung geprägt, sie lebt alleine, studiert und hat Sex, mit wem sie möchte. Dieses Thema behandelt der Film auch nur sekundär, vielmehr stehen ihre Beziehung zu Tesfay und Mikas Umgang damit im Mittelpunkt. Tesfay verliert nach kurzer Zeit das sexuelle Interesse an Mika und wir fühlen mit ihr, wie sie mit sich selbst, ihrer Liebe zu Tesfay und seiner Passivität ringt. Wir durchleben mit ihr den Prozess der Trennung von Tesfay, in dem sie durch die Illusion ständiger Präsenz und Nähe durch die sozialen Medien immer wieder zurückgeworfen wird. Mika kehrt in ein eigenes Leben zurück, verreist mit ihren Freundinnen, lernt neue Männer kennen und reflektiert ihre Art, wie sie Sexualität leben möchte.
Großartig in diesem Zusammenhang ist Mikas Entwicklung in Bezug auf Selbstbefriedigung. Zu Beginn des Films tut sie diese in einem Gespräch mit Freundinnen als unbefriedigend und wenig zielführend ab. Zum Ende des Films zeigt uns die Kamera in Totalaufnahme einen lustvollen Moment Mikas mit sich selbst.

Mika wird von Fanni Metelius selbst gespielt. Die Regisseurin traf diese Entscheidung nach einigen Castings, um ihre Gefühle authentischer zu übermitteln. Ich finde das ist ihr auf eine unheimliche Art extrem gut gelungen. Der Film katapultierte mich direkt in Mikas Gefühlswelt, insbesondere die intimen Gespräche und die körperlichen Szenen mit Tesfay ließen mich atemlos und mit klopfendem Herzen zurück. Die wummernden Bässe während Mikas Ausflügen ins Nachtleben unterstreichen ihre heftigen, hilflosen Gefühle zu Tesfay.

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