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Rückblick: bodytalk: Frauen ~ Bewegung

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von Frau Fuchs

Unvoreingenommen, rein, naiv, ganz ohne Vorwissen, ohne Infoblättchen hier, thematische Einführung da – so betrete ich selten einen Theatersaal.

Die heutige Theaterkultur bewahrt mit ihren ganzen Instrumentarien die gemeinen Zuschauer*innen davor, dass sie sich doof vorkommen, dass sie nichts verstehen würden. Demnach wird einem auch dieser reine Blick wie durch die Augen eines Kindes vorenthalten, schier unmöglich.

Umso schöner, wenn man die Chance dazu bekommt.

 

Was?: „Bodytalk“ Tanztheater, 28.10.2014.

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Foto Klaus Dilger tanzWeb.org

 

Das domicil in Dortmund öffnet seine Pforten. Es ist voll, intellektuell, hipsterüberlaufen, rebellisch. Das Publikum macht neugierig auf Passierendes. Auch ein paar ältere Generationen (Ü 60) gesellen sich dazu.

Das Einzige, was ich weiß, ist: Nackte Haut – Brüste, Schwänze und Tanz.

Alles nicht so mein Fall, aber „Bodytalk“, sprich Körpersprache/-sprechen, das regt an, es lockt.

 

Vorhang auf.

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Dana Fuchs: Eine ungewöhnliche Erfolgsformel

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Ein Gastbeitrag von Lisa Sänger
(Erstveröffentlichung: coolibri, 28.10.2014)

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Foto: Konrad Ernst

Hannover, Niederlande, Main-Tauber-Kreis: in Klein-Dortmund ziehen heute auffallend viele fremde Nummernschilder ihre Runden. Ihr Ziel ist das Musiktheater Piano, vor dem bereits eine gar nicht mal so kleine Menschenmenge wartet. Einige scheinen sich zu kennen, man umarmt sich, tauscht sich aus „Bist du morgen in Aschaffenburg auch dabei, in welchem Hotel bleibst du?“ Sie alle reisen quer durchs Land, um möglichst viele Auftritte der Classic- und Bluesrock Sängerin Dana Fuchs live zu erleben und nach dem Konzert mit ihr ein Bier zu trinken.

Um Dana Fuchs den Nicht-Eingeweihten knapp zu beschreiben, lässt man am besten den Namen Beth Hart fallen. Während die mittlerweile jedoch ein großer Name der Bluesrock-Szene ist und gemeinsam mit Joe Bonamassa auf der Bühne steht, bleibt Fuchs ein Geheimtipp. Was ihre Beziehung zur eingeschworenen Fangemeinde umso enger macht.

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Julia Korbik: Stand Up – Feminismus für Anfänger und Fortgeschrittene

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von Lilli Boheme

Knallig und einnehmend liegt das Buch „Stand up. Feminismus für Anfänger und Fortgeschrittene“ von Julia Korbik vor mir. Die Journalistin und Kommunikationswissenschaftlerin stellt sich der Herausforderung eine Einführung in das komplexe Themenfeld des „Feminismus“ zu geben. Infrage stellen möchte ich den Untertitel, da ich es für nötig halte von ‚Feminismen‘ und ‚Anfänger*innen‘ zu sprechen, um auch durch (gendergerechte) Sprache die Bandbreite des Themas sichtbar(er) zu machen. Detailverliebte wird das Layout jedenfalls unmittelbar ansprechen. Ausdrucksstarke Illustrationen in Neonfarben spiegeln den Facettenreichtum der verschiedenen Feminismen wider und bestärken die Dringlichkeit des Themas. Komplizierte Inhalte versucht die Autorin durch eine Kombination von Interviews, Zitaten und Statistiken verständlich(er) zu machen.

Korbiks Versuch einen Überblick über Geschichte, wie Gegenwart der Feminismen zu vermitteln, muss selbst den Fortgeschrittenen als gelungen erscheinen. Niemand kann ernsthaft eine Einführung erwarten, die auch neue Leser*innen anspricht und gleichzeitig detailliert auf jeden noch so vielschichtigen Aspekt der künstlerischen, politischen, und akademischen Strömungen eingeht. So bleiben die Sachverhalte zwar skizzenhaft, aber sie werden benannt, können jeder Zeit nachgeschlagen werden und mensch kann sich selbst je nach persönlichem Interesse einen eigenen Fokus setzen. Das Buch wird zum Impulsgeber.

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Anhand der Aufteilung in zwei Oberthemen „Die Grundlagen“ und „Gleichberechtigung. Wo der Schuh drückt“ schlägt die Autorin eine Brücke zwischen Theorie und Praxis. Der erste Teil umfasst grundlegende Definitionen („Femi-Was?), Begriffs- und Theorieerklärungen („Sex und Gender“, „Intersektionalität“) und erläutert die Zusammenhänge von brisanten Dauerthemen, wie den Kampf für gleichen Lohn bei gleicher Arbeit („Gender Pay Gap“) und gegen Sexismus (etwa „street harassment“). Der Sprung in die Praxis beginnt bei der Zurückweisung biologistischer Erklärungen für vermeintliche Geschlechterunterschiede, umfasst die Kritik am Status des weiblichen Körpers als Objekts in unserer Gesellschaft sowie in den Massenmedien und mündet letztlich in der Vorstellung empowernder Beispiele von erfolgreichen und einflussreichen Frauen in Politik, Kunst, Musik, Journalismus, Wissenschaft usw.

Spannend ist die Mischung aus den unterschiedlichen Textformen und dem ansprechenden visuellen Design, was die Augen nie müde werden lässt. Eine schönes Detail, das ich herausheben möchte sind die Portraits – gespickt mit treffenden Zitaten, die den Leser*innen in jedem Kapitel begegnen und chronologisch und thematisch durch das Buch begleiten. Neben Pionierinnen der Frauenbewegungen, wie Simone de Beauvoir und bell hooks werden auch Frauen vorgestellt, die aktuell in Blogs, Magazinen und Comics im Sinne der Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern schreiben und zeichnen (zum Beispiel Laurie Penny und Shonda Rhimes).

Der deutliche Schwerpunkt auf die westlichen Bewegungen, erscheint mir begründungswürdig. Aber mir imponiert, dass Korbik nicht versucht in geschwollenem Akademiker*innen-Sprech die potenzielle Leser*innenschaft zum „Feminismus“ zu bekehren. Im Gegenteil, sie legt großen Wert darauf unter anderem wissenschaftliche Diskurse, Begriffe und Anglizismen zu erklären und so feministische Inhalte einer größeren Leser*innenschaft zugänglich zu machen – etwas, das viele andere versäumen.

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Feminismus kommt nicht in die Tüte!

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von Lilli Boheme

Call us ugly to sell us shit_Anonym_2014
Anonym (2014)

„Zeig mir mal, wie ein Mädchen rennt!“ fordert die Frau hinter der Kamera von der Jugendlichen, die im Scheinwerferlicht steht. Sie fängt an zu tippeln, schwingt ihre Arme albern und grinst affektiert. Nur das Gackern fehlt… Niemand kauft ihr ab, dass sie sich so auch nur einen Zentimeter ohne zu fallen von der Stelle bewegen könnte. Die anderen Jugendlichen, die in den nächsten Szenen zu sehen sind, bewegen sich nicht effektiver. Sie scheinen sich lächerlich, zu machen – über Mädchen, über rennende Mädchen und die jungen Frauen letztlich auch über sich selbst. Aber dann kommt der Clou – die jungen Frauen und Männer werden durch präpubertäre Mädchen ausgetauscht. Sie bekommen die gleichen Anweisungen und siehe da, unterlegt mit pathetischer Musik rennen die Mädchen mit verbissenem Blick los und scheinen fast aus dem Bild zu stürmen. Die Zuschauer*in wird gefragt, seit wann die Beschreibung etwas „als Mädchen zu tun?“ eine Beleidigung sei. Ein weiterer Satz wird eingeblendet und weist darauf hin, dass in der Pubertät das Selbstvertrauen von Mädchen stark sinkt. Always will das ändern. Always, die Slipeinlagen-Hersteller*in, die in ihrer Werbung blaue Flüssigkeit anstatt Blut verwendet, möchte ernsthaft den Mädchen und Frauen dabei helfen, ihr Selbstbewusstsein nicht zu verlieren bzw. es zurückzugewinnen? Wie sollen Mädchen und Frauen ein positives Selbstwert- und Körpergefühl entwickeln, wenn Menstruationsblut selbst für eine Slipeinlagen-Werbung zu eklig ist? Die Marke always wird übrigens von dem amerikanischen Unternehmen P&G vertrieben, zu dem unter anderem Kosmetikartikel, wie Gilette Venus („Die Göttin in dir“), Pantene („Entschuldige dich nicht, sondern Glänze & sei stark“) und Maxfactor („Pionier der Schönheitsindustrie“) gehören. Marken mitsamt ihren Produkten ein feministisch-emanzipatorisches Image zu geben, scheint im Trend zu liegen. Auch Dove setzt diese Strategie ein, um eine Fülle von Kosmetikprodukten an die Frau zu bringen. Vielleicht hat Dove diese Strategie sogar begründet – brüsten sich die Markenbetreiber*innen  doch schon seit längerer Zeit damit, mit „normalen Frauen“ Werbung zu machen. Auch hier ein kleiner Markencheck: Dove gehört zum niederländisch-britischen Konzern Unilever, der desweiteren auch Axe (sexistische Werbekampagnen) und du darfst (abnehmen) herstellt.

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Von Bochum nach Edinburgh

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 von Lilli Boheme

Diesen Sprung wagte die ehemalige RUB-Studentin* Alva…

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Fotos von Lilli Boheme

Zusammen mit ihrer Familie, die bedingt durch den Beruf des Vaters viel reiste, konnte Alva schon früh erste Erfahrungen im Ausland sammeln. In den USA, in denen sie schließlich einige Zeit lebte, hat sie schon als kleines Mädchen ihre Liebe zur englischen Sprache entwickelt. Motiviert durch die gesammelten Erfahrungen machte sie bald ihre eigenen Pläne – im Ausland studieren war ihr Ziel. Geldbedingt absolvierte sie ihr Bachelorstudium in Geschichte und Soziologie an der Ruhr-Universität Bochum. Für den ersehnten Master zog es Alva dann an die Universität von Edinburgh, Schottland, wo sie das Studium der Geschlechtergeschichte (‚Gender History‘) 2009 aufnahm. Ihr Studium verlief erfolgreich – direkt nach Beendigung ihres Masters wurde Alva eine Doktorand*innenstelle angeboten, die sie noch mindestens bis zum Sommer beschäftigen wird. Wir haben Alva in Bochum getroffen und über ihre Arbeit, das feministische Leben in Edinburgh und Feminismen gesprochen.

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