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Mama hasst Männer

Mama hasst Männer published on Keine Kommentare zu Mama hasst Männer

von Frau Fuchs

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Bild: http://www.fanpop.com

Wie ist es eigentlich mit einer männerhassenden Mutter groß zu werden?

Ja, diese Frage kann ich beantworten. Es ist verunsichernd, kann ich sagen. Insbesondere weil wir uns nach wie vor in vielen Bereichen unseres gesellschaftlichen Lebens mit patriarchalen Strukturen rumschlagen. Als kleines Mädchen führen männerfeindliche Äußerungen der eigenen Mutter und die Übermittlung antiquierter Stereotype zu Irritationen.

Wie kam es dazu, dass Mama und Papa ein Paar wurden? Warum ist sie dann zu ausgewählten Männern nett, wenn doch alle Exemplare ihrer „Art“ so schrecklich sind?

Mir fallen viele Dinge im Alltag ein, die mir heute immerzu aufs Neue begegnen. Dass ich mir Gedanken darum mache, ob etwas, was ich tue, zu weiblich im Sinne von schlampig erscheinen könnte. Ob ich manchmal billig oder debil daherkomme. Das könne ja als blonde Frau bei Männern aber auch bei anderen Frauen als besonders klischeebestätigend auffallen. Dass ich mich nach einem erhaltenen Korb frage, ob nun wirklich ALLE Männer so scheiße sind und Mama damit Recht behalten würde. Dieser Satz klingt wie ein Zitat aus einer unterirdischen Frauenzeitschrift. Hilfe! „Männer kannste einfach in die Tonne kloppen“. So einfach kann man sich auch die Welt erklären.

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Eindrücke zum Frauen*tag 2015

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Wir danken allen Mitwirkenden und Gästen, die uns gestern an unserem Stand in der Bochumer Innenstadt besucht haben. Wir haben uns sehr über euer Interesse und  Feedback gefreut!

Wir haben euch darum gebeten eurem früheren Ich einen Ratschlag – ganz im Sinne der Aktion   #dearme zu senden. Groß werden ist nicht leicht – daher soll ‚#dearme‘ Mädchen und junge Frauen enpowern und inspirieren.

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Auch ich habe zwei Brüste. Das ist hart, aber fair.

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von Katja Sabisch

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Bild: quickmeme.com

Am Montag habe ich eine E-Mail von der Redaktion der Sendung „hart aber fair“ bekommen. Ich solle als Expertin im „Faktencheck“ dabei sein, der nach der Sendung offen gebliebene Fragen aus einer wissenschaftlichen Perspektive beantwortet. Es ginge um Gender und da sei man auf mich gekommen. Ich bin nett und ich bin mir für nichts zu schade, also habe ich den Herrn angerufen und zugesagt. In Zeiten des Genderwahns ist Öffentlichkeitsarbeit doch richtig und wichtig, finde ich. Oder um es mit Harald Martenstein zu formulieren: Auch Genderwahn sollte differenziert betrachtet werden. Als ich dann am Telefon gehört habe, wer alles über Unisex-Toiletten und Ampelmännchen diskutieren wird, wurde mir doch etwas schummrig. Die arme Anne. Die muss sich was von der Thomalla über Brüste anhören. Der arme Hofreiter. Der muss sich vom Kubicki was über Haare anhören.

Abends habe ich dann zugegebenermaßen schweren Herzens von den Geissens auf die ARD umgeschaltet und das bitter bereuen müssen. Herr Plasberg begann mit diskreditierenden Bemerkungen über die Gender Studies, von denen er offenkundig noch nie etwas gehört hat. Sonst hätte er bestimmt nicht Frau Thomalla nach Ihrer Meinung zur sozialen Konstruktion von Wirklichkeit durch Sprache und die damit einhergehenden Exklusionen gefragt. Die hat gelacht und gesagt, dass sei Schwachsinn. Es ist schon bemerkenswert, wie fast 200 Jahre Philosophiegeschichte mit einem Lipgloss-Lächeln vom Tisch gefegt werden können. Aber sei’s drum. Es gibt ja in dem „hart aber fair“-Format noch ein paar Einspieler, die die Unkenntnis des Moderators wieder wettmachen können. Und auch da habe ich mich getäuscht. Die Redaktion hat sich mit Mario Barth-Manier auf das Thema Gleichstellung gestürzt. Ich bin davon überzeugt, dass die MitarbeiterInnen um mehrere Fässchen Kölsch gewettet haben, wem die blödesten Beispiele zum Genderwahn einfallen. Chapeau, liebe Redaktion! Ihr habt es geschafft, nicht nur die Gender Studies, sondern auch das vermeintliche Qualitätsfernsehen vorzuführen.

Dabei ist alles so einfach und leider gar nicht aufregend: Gender Studies sind eine Forschungsperspektive. Sie erweitern den wissenschaftlichen Blick einzelner Disziplinen wie Sozialwissenschaft, Medienwissenschaft, Medizin, Geschichts- oder Rechtswissenschaft, indem sie der Kategorie Geschlecht einen zentralen analytischen Stellenwert einräumen. Es gibt unzählige Beispiele, die den Sinn und die Relevanz der Gender Studies unterstreichen. Zu nennen wären da die bahnbrechenden soziologischen Arbeiten von Regina Becker-Schmidt aus den 1980er Jahren, die erstmals die Problematik der „doppelten Vergesellschaftung von Frauen“ empirisch erforschten – heute firmiert das Ganze unter der Überschrift „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“. Davon hatte man damals noch nicht viel gehört. In den 1990er Jahren wurde die Debatte über die soziale Ungleichheit durch philosophische Einsichten ergänzt: Judith Butler veröffentlichte ihr umstrittenes Buch „Gender Trouble“ – ein Plädoyer für ein Denken der Differenz, ich liebe es. Denn wie schon Birgit-mach-die-Bluse-zu-Kelle so richtig sagte: Frau ist nicht gleich Frau. Es gibt keine gemeinsame Weiblichkeit, Geschlecht ist intersektional verfasst – auch, wenn Herr Kubicki das anders sieht. Aufzuzählen sind zudem die empirischen Studien zu Gewalt. Ursula Müller startete 2002 eine Repräsentativuntersuchung zu „Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit“ von Frauen – und kam zu dem ernüchternden Ergebnis, dass 40% der in Deutschland lebenden Frauen bereits sexualisierte und/oder körperliche Gewalt erlebt haben. Dass allerdings Männer die eigentlichen Opfer dieser Befunde sind, hat Sophia Thomalla eindrücklich an einem Beispiel aus den USA darlegen können. Ich meine mich zu erinnern, dass sie etwas über einen Fahrstuhl berichtete, traue mich aber nicht in die Mediathek von „hart aber fair“. Die Frage, warum es so wenig Frauen in Führungspositionen gibt, hat Carsten Wippermann 2012 untersucht. Er kommt zu dem Schluss, dass die „Hüter der gläsernen Decke“ massive informelle Bollwerke gegen Führungsfrauen auffahren. Es liegt also doch nicht daran, Herr Kubicki, dass Frauen eine schlechtere Ausbildung haben. Fragen Sie Herrn Wippermann.

Nun handelt es sich bei meiner Aufzählung um Schlaglichter, die keinesfalls die Bandbreite der Genderforschung abbilden. Aber mal ehrlich: Wenn ich zu dem Thema Gleichheitswahn recherchiere und nicht mal in die Nähe einer ordentlichen Studie gerate, ist auch das bemerkenswert. Nach der Sendung saß ich also etwas verdattert vorm Fernseher. An die Geissens war nicht mehr zu denken. Ich hatte Angst vor den Faktencheck-Fragen – womöglich werden die ja von dem ahnungslosen Moderator selbst formuliert? Dann müsste ich die ganze Nacht am Rechner sitzen. Also habe ich etwas getan, was ich selten tue: Ich habe „nein“ gesagt. Mach ich nicht. Googelt Euch Eure Fakten lieber selbst. Und als Entschuldigung für die verpassten Geissens bekomme ich ein Fässchen Kölsch.

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Cooperativa Maura Morales: Sisyphus war eine Frau

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von pepe

 

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Bild: Klaus Handner
Regie/Choreografie  Maura Morales. Choreografische Assistenz Giada Scuderi. Komposition/ Livemusik Michio. Tänzerinnen Elia Lopez, Giada Scuderi, Maura Morales. Kostüm Tina Miyake. Bühnenbild Tina Miyake, Maura Morales. Lichtdesign Niko Moddenborg. Video Manfred Borsch

„Was, wenn Sisyphus eine Frau gewesen wäre?“ – mit dieser Frage hat sich gestern Abend vor ausverkauftem Haus die kubanische Tänzerin und Choreographin Maura Morales körperlich auseinandergesetzt. Gemeinsam mit ihrem Mann und Komponist Michio, hat die Wahl-Düsseldorferin eine beeindruckende Tanzarbeit gestaltet, die Fragen nach Gleichberechtigung und dem ‚weiblichen Altern‘ berührt – ein Kampf, der einer Sisyphusarbeit gleicht. Klassische Klischees sollen verneint und stattdessen Gefühle auf die Bühne gebracht werden – Gefühle, die ein Leben als Frau* hervorbringen kann:

„Wir Tänzerinnen haben beim anfänglichen Improvisieren viel mit unseren persönlichen Geschichten gearbeitet. Unsere Hintergründe als Frau, als Immigrantin, wie man sich fühlt, wenn man vergewaltigt wurde. Wie man nicht akzeptiert wird, sobald man als Frau gegen die Regeln verstößt, ob von einem Mann oder von der eigenen Familie. Nicht zuletzt auch über unsere Beziehungen als Frauen untereinander. Die können auch sehr schwierig sein.“
http://www.rp-online.de

Das jüngste Bühnenstück der Cooperativa Maura Morales erschien in einer Reihe gesellschaftskritischer Produktionen für die sie bereits mehrfach ausgezeichnet wurden. 2013 durfte sich Maura Morales über die Auszeichnung mit dem renommierten Kurt-Jooss-Preis freuen und im Dezember 2014 hat sie den Förderpreis der Landeshauptstadt Düsseldorf erhalten.

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Ein Leben im Neutrum: Frauen mit Behinderung

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von Tanja Kollodzieyski

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Das Rollifräulein

Eine Welt, in der man als Frau immer und ständig als Projektionsfläche für sexuelle Phantasien herhält, ist anstrengend, aber die andere Seite der Münze ist auch keine gute Alternative.
Ich bin eine junge Frau in den Zwanzigern, trotzdem hat mir noch nie ein Mann hinterher gepfiffen oder öffentlich mit Attributen wie „sexy“ oder „geil“ bedacht. Eine Tatsache, die ich sehr gut finde, aber ich kenne auch die Konsequenzen, die dieses „belästigungsfreie Leben“ mit sich bringt. Mein Leben ist voller leerer Blicken. Egal, ob ich völlig ungeschminkt in Kuschelklamotten auftrete oder mein Styling reif für die nächste Oscarverleihung wäre –  die Blicke bleiben leer.

Merkmal: Frau – Geschlecht: Rollstuhl

Ich habe nicht nur die typischen körperlichen Merkmale einer Frau, ich erfülle auch noch viele der gängigen Klischees über Frauen. Meine Lieblingsfarbe ist pink, ich liebe Kleider, Röcke und natürlich Handtaschen! Außerdem gestehe ich: ja, ich wäre wirklich gerne einmal Prinzessin. Aber das ist alles nicht wichtig, weil es durch eine einzige Tatsache neutralisiert wird: Ich sitze im Rollstuhl. Der Rollstuhl ersetzt offiziell meine Beine, aber in Wahrheit ersetzt er noch viel mehr. Aus theoretischer Sicht bin ich zwar eine Frau, aus gesellschaftlicher Sicht ist mein Geschlecht aber nicht weiblich, mein Geschlecht ist der Rollstuhl.

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